Michael Führmann sei Dank

Der Förderverein Klosterkirche hat sein großes Projekt abgearbeitet die Türen

NEURUPPIN - "Ich bin ganz stolz darauf, dass wir das geschafft haben", sagt Rosswieta Funk, Vorsitzende des Fördervereins für die Neuruppiner Klosterkirche, beim dritten Vereinsstammtisch am Donnerstag. Geschafft haben es die zehn Vereinsmitglieder, ihre letzten Schulden bei der Kirchengemeinde zu tilgen. Den Scheck über 4406 Euro hat Schatzmeisterin Monika Broistedt bereits ausgefüllt. Genau diese Summe stand noch offen; es war der Rest von gut 31 000 Euro. Soviel hatte die Sanierung des Hauptportals und der drei Nebentüren gekostet. Die Kosten hat der Förderverein übernommen. Die Kirche hat das Vorhaben vorfinanziert.

"Jetzt können wir die Türen abzahlen", sagt Rosswieta Funk. Das wurde möglich dank der großzügigen Spende des ehemaligen Neuruppiners Michael Führmann. Der hatte vor acht Jahren den Anstoß zur Gründung des Fördervereins gegeben. Der heute in Baden-Württemberg lebende Führmann spendete damals 500 Euro für die Sanierung von Neuruppins Wahrzeichen. Das Geld nahm Rosswieta Funk entgegen. Sie verstand das als Auftrag, suchte und fand Gleichgesinnte. So entstand 2004 der Förderverein. Und wieder war es Michael Führmann, der einsprang. Er drückte Rosswieta Funk bei einem zufälligen Treffen auf der Straße in Neuruppin einen Umschlag in die Hand. "Machen Sie damit, was Sie wollen", sagte der 71-Jährige. Rosswieta Funk bekam große Augen beim Öffnen des Kuverts. Darin waren 5000 Euro. 3000 Euro kommen nun der Kirche zugute. Von den anderen 2000 Euro profitiert der Seniorenverein Ruppiner Land, dessen Chefin Rosswieta Funk ist.

Insgesamt hat der Verein in den vergangenen Jahren um die 40 000 Euro für die Kirche gesammelt. Die kamen durch vereinseigene Aktionen wie dem Verkauf von Schmalz und Tassen, die ebenfalls Michael Führmann stiftete, zusammen. Zudem ließen viele Spenden die Summe immer größer werden. So stellten die Lionsfrauen den Erlös ihres Brezelverkaufs in Höhe von 240 Euro für den guten Zweck zur Verfügung.

Jetzt ist der Verein wieder offen für neue Projekte. "Wir brauchen eine neue Aufgabe, für die wir eingespannt werden", sagt Rosswieta Funk. Die neue Herausforderung wartet bereits. Statt des Vorhangs soll im Eingangsbereich der Kirche ein Windfang aus Glas und Holz errichtet werden. Angebote werden zurzeit noch eingeholt. "Ich denke, das ist ein gutes Vorhaben", so Funk. Auch das kostet Geld. Also sammelt der Verein weiter. Rosswieta Funk weiß auch schon, bei welcher Gelegenheit. Für den 13. August organisiert sie die nächste kostenlose Dampferfahrt nach Wustrau für 95 Personen. Dafür hat Michael Führmann Rheinsberger Keramiktassen mit der Aufschrift des Fördervereins gespendet, für jeden Teilnehmer eine. Rosswieta Funk hat auch bei diesem Ausflug die Spendenbüchse dabei. (Von Dagmar Simons)

Märkische Allgemeine vom 01. August 2012

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