Alle Falten ausgebügelt

Sanierung der Kantower Kirche nach mehreren Jahren abgeschlossen / Arbeiten im Innenraum notwendig

KANTOW - Die umfangreichen Arbeiten an der Kantower Kirche sind abgeschlossen. Das Gotteshaus ist nun wieder ein Schmuckstück. Jahrelang blieben wichtige Arbeiten unerledigt. Der Schwamm setzte dem Gebäude aus dem Jahr 1696 ebenfalls zu.

Es war im Jahr 2006, als Enthusiasten aus Kantow, Blankenberg und Lögow den Förderverein "Offene Kirche Kantow" gründeten. Ziel war die Sicherung und Instandsetzung der Kirche. Auch Geld wurde gebraucht. Zuerst war der Turm zu sichern. Er wies eine Schräglage auf. Deshalb wurde im Kirchenschiff ein Stützgerüst eingebaut, das die Turmlast vorerst auffangen musste. Etwa 30 Zentimeter war der Turm aus dem Lot. Dazu kamen Holzschäden und die Gefachfelder mussten ausgebessert werden. Um Geld zu sparen, haben Vereinsmitglieder die Mauersteine gesponsert.

Als die Bretterverkleidung im oberen Turmbereich abgenommen wurde, stellte man fest, dass der Turm offen war. Und so wurde in Absprache mit dem Architekten entschieden, dass der alte Zustand wieder hergestellt werden soll. Neuer Schiefer auf dem Turmdach und eine Kugel samt Wetterfahne machten das Ganze komplett. Im Juni 2011 war der erste Bauabschnitt geschafft.

Die fachgerechte Reparatur des Kirchenschiffes habe die Fachleute aber oft vor große Herausforderungen gestellt, so Vereinsmitglied Winfried Langhof. Immer wieder fanden sie Schäden. Balken, die äußerlich perfekt aussahen, waren im Innern morsch. Der Schwamm hatte sich mit daumenstarken Strängen den Weg ins Holz gebahnt. "Das verursachte eine enorme Kostensteigerung", erklärt Langhof. Auch das Schiff musste wieder ins Lot gebracht werden. "Fachleute aus Perleberg haben ihr ganzes Wissen aufbringen müssen, um auch diese Situation zu meistern. Mit viel Mühe und Können haben sie das Fachwerk wieder instand gesetzt", erinnert sich Langhof. Zum vergangenen Winter sei das Kirchendach so hergerichtet worden, dass keine neuen Schäden auftreten konnten.

Nach dem Winter wurden die Arbeiten fortgesetzt. Zimmerleute stellten das Gefach weiter her. Aufs Dach kamen neue Steine, Maurer arbeiteten die Gefache aus und stellten die Lehmgefache wieder her. Laut Langhof ist auch dabei Geld gespart worden, indem Vereinsmitglieder Abbruchsteine abgeputzt und den Handwerkern zur Verfügung gestellt haben. Die Maler vollendeten die Ansicht.

Alle Arbeiten seien jedoch nur mit der finanziellen Unterstützung vieler Menschen möglich gewesen, lobt Langhof. Dazu gehören unter anderem der Förderverein "Alte Kirchen Berlin/Brandenburg", der Kirchenkreis Kyritz, die Landeskirche, die Hoffnungsgemeinde Lögow und der Kantower Förderverein selbst. (MAZ/rab)

Märkische Allgemeine vom 23. Juni 2012

   Zur Artikelübersicht