Damit die Kirche im Dorf bleibt

Klosterfelde (MOZ) Zehn Jahre besteht der Förderverein Dorfkirche Klosterfelde in diesem Jahr. Am Wochenende feierte er das Jubiläum mit einer Ausstellungseröffnung und einem Sommerfest im Garten der Kirchengemeinde.

 
Grit Domke (l.) hatte beim Sommerfest den Schminkstand in der Pfarrscheune übernommen. Während Oma Ricarda Wartenberg (r.) sichtbar zufrieden ist, schaut Enkeltochter Rosalie noch etwas skeptisch drein.
Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Fest vom Kirchenfoerderverein-Frieda Brandt (99), Regina Lemke(74) und Marie-Luise Waltzer vom Seniorenverein Klosterfelde am 16.06.2012
© MOZ/Sergej Scheibe

Es war der 11. September 2001, als Annette Fahrendholz der Ruf ihrer Kirche ereilte. In Klosterfelde war das Gemeindepfarramt zu besetzen. Die Theologin, die zu dieser Zeit als Krankenhausseelsorgerin in Eberswalde arbeitete, bat sich Bedenkzeit aus. Dann sagte sie zu. "Ich habe es nicht bereut", stellt Annette Fahrendholz in ihrem elften Jahr als Pfarrerin, zuständig auch für die Kirchengemeinden in Prenden und Solzenhagen, fest. "Die Menschen hier sind ein sehr angenehmer Schlag, und wenn man ihre Herzen erobert, dann kann man sich hundertprozentig auf sie verlassen", schwärmt sie.

Als Annette Fahrendholz ihr Amt in Klosterfelde antrat, war das Kirchengebäude derart marode, dass dessen Sanierung nicht mehr lang aufgeschoben werden konnte. Eine Aufgabe, die die kleine Kirchengemeinde nicht allein hätte stemmen können. "Viele sind zwar dem Baudenkmal Kirche verbunden, aber nicht der Kirchengemeinde", weiß die Mittfünfzigerin. Aus dieser Erfahrung heraus gründete sie mit anderen den "Förderverein Dorfkirche Klosterfelde", der sich seit nunmehr zehn Jahren dem Erhalt und der Sanierung des Gotteshauses verschrieben hat.

An die 100 Mitglieder hat der Förderverein mittlerweile. Nur knapp ein Viertel der Frauen und Männer ist konfessionell gebunden. Den Zulauf erklärt sich Armin Dudzinski, der Vereinsvorsitzende, so: "Das Dorf identifiziert sich mit der Kirche als Wahrzeichen". Deshalb kann der Verein auch immer mit der Unterstützung der Handwerker, Gewerbetreibenden und Selbstständigen des Ortes rechnen.

Dudzinskis Amtsvorgängerin, Kathrin Radke, sieht das genauso: "Viele sind für die Erhaltung der Kirche, weil sie sich mit ihr verbunden fühlen. Hier haben sie Taufen miterlebt und Konfirmationen, Hochzeiten und Beisetzungen enger Familienangehöriger. Deshalb hat unser Verein auch eine ganze Reihe von Mitgliedern, die längst woanders wohnen - in Berlin, in Westdeutschland und sogar in der Schweiz", erzählt sie.

Wenn der Förderverein, wie am vergangenen Wochenende, einlädt, dann kommen viele Klosterfelder. Bei der Eröffnung der Ausstellung mit Aquarellen von Olaf Lange sind beispielsweise Irene und Gerd Walter dabei. "Wenn hier etwas los ist, gehen wir immer hin", sagt das Rentner-Ehepaar, das seit 40 Jahren ein Grundstück in Klosterfelde hat und es vor zwölf Jahren zu seinem festen Wohnsitz machte. Auch Stammbesucherinnen der Seniorennachmittage, wie die 99-jährige Frieda Brandt, sind beim Sommerfest mit von der Partie.

Mit den verschiedensten Veranstaltungen - von Konzerten über Sommerfeste bis zur großen Weihnachtstombola - sammelt der Förderverein Spenden für die Dorfkirche. Die neuen Kronleuchter sind von ihm finanziert und auch die Kinderecke in der Sakristei. Das nächste Projekt, für das schon fleißig Geld gesammelt wird, ist eine neue Läuteanlage für die Kirche.

Märkische Oderzeitung vom 19. Juni 2012

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