Erst der Kirchenbau, dann die Kunstwerke

Steinhöfel (MOZ) Im Sommer soll die Sanierung der Kirche in Steinhöfel beginnen. Sind Turm, Fassade und Mauerwerk erneuert, folgt die Restaurierung der barocken Kunstwerke im Innern. Dafür sammelt der Förderkreis Dorfkirche seit Jahren Spenden und lädt auch 2012 zu vielen Konzerten.

 
Sorgten für Stimmung: Die Saxophonisten von Enoxofas spielten im Bibliothekstempel vom Schlosspark ein Benefiz.
© MOZ

Seit mehr als drei Jahren engagiert sich der Förderkreis Dorfkirche um den Erhalt der Kirche. Anfänglich ging es nur um die Restaurierung der wertvollen Innenausstattung, die aus der Zeit von 1720 bis 1730 stammt. "Sie ist von überregionaler Bedeutung", sagt Vereins-Schriftführerin Uta-Renate Rückert und führt zum Tauftisch, gestiftet 1671 von Adolf von Wulffen und Elisabeth von der Marwitz mit Familienwappen und Puttenköpfchen. "Die Taufschale aus Messing aus dem 16. Jahrhundert und wird noch heute verwendet." Zudem stifteten um 1720 Balthasar von Wulffen und Eva Louise von Beerfelde verschiedene Kunstwerke, wie die Patronatsloge in Camaieu-Malerei mit Szenen aus dem Alten und Neuen Testament sowie Darstellungen der vier Evangelisten; aber auch den Barock-Altar, die 1880 separierte Kanzel sowie das Epitaph - schon beschrieben bei Fontanes "Wanderungen durch die Mark Brandenburg."

Doch zuvor muss die Bausubstanz des Gotteshauses aus dem 13. Jahrhundert gerettet werden. Dafür wurde Fördergeld beantragt - und der Zuwendungsbescheid vom Landesamt für Ländliche Entwicklung über Fördermittel aus dem EU-Programm ILE/Leader gingen kürzlich beim Kirchenkreis ein. "Dafür gebührt der Baubeauftragten Petra Kobalz ein großer Dank", so Rückert. Ab Juli soll zuerst der Turmbereich saniert werden, dann Dach, Tragwerk, Trockenlegung der Mauern, Fassade und Renovierung im Innern - mit Fußboden, Putz und frischer Farbe. Die Kosten sind mit 632 000 Euro veranschlagt, 396 000 Euro davon Zuschüsse. Der Rest wird über Eigenmittel und Spenden realisiert.

Geld sammelt der Förderkreis bei Benefizkonzerten - so auch 2012. Gut besucht war schon die Museumsnacht, am Sonntag auch der Auftritt der Saxophonisten von "Enoxofas". Am 20. Juli folgt ein Sommerfest, am 19. August zudem Kammermusik für Flöte und beim "Tag des offenen Denkmals" am 9. September ist man auch dabei. Werbung für die Sanierung von Kirche und Kunstwerken macht neuerdings auch ein dickes Spenden-Schwein bei Veranstaltungen - erschienen ist jüngst in Zusammenarbeit mit dem Museum Fürstenwalde eine Broschüre über das Gotteshaus mit seinen Schätzen. Erhältlich ist es (Preis: 4 Euro) bei den Konzerten und im Museum.

Märkische Oderzeitung vom 10. Juni 2012

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