Festliche Verleihung in Stüdenitz

Preisträger des Literatur-Wettbewerbs werden am 7. Juni in der Kirche geehrt

STÜDENITZ - In dritter Auflage hat in diesem Jahr der Förderverein Kirche Stüdenitz den Eva-Hoffmann-Aleith-Preis für junge Literatur ausgeschrieben. Zum vorgegebenen Thema "Bewegende Begegnung" gingen bis zum 3. April 140 Arbeiten in den literarischen Formen Epik, Lyrik, Dramatik sowie Liedtexte und ein Film ein. Eine unabhängige Jury hat die Texte nun bewertet und die Preisträger ermittelt. Sie werden am Donnerstag, dem 7. Juni, während einer Festveranstaltung in der Stüdenitzer Kirche bekanntgegeben und geehrt. Dazu lädt der Förderverein Kirche Stüdenitz herzlich ein. Beginn der festlichen Verleihung ist um 18 Uhr.

Das Programm werden gestalten der Chor und die Trommlergruppe des Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasiums Kyritz sowie Solisten der Prinz-von-Homburg-Schule Neustadt, an der Orgel Edda Meyer. Die jeweils ersten Preisträger lesen ihre Arbeiten während der Festveranstaltung vor. Eingeladen wird im Anschluss zu einem Imbiss auf dem Kirchplatz.

Die Jury hat sich die Auswahl nicht leicht gemacht. Immerhin galt es, mehr als 100 Texte zu lesen und zu bewerten, in unterschiedlicher Länge. Die war nämlich beim Ausschreiben nicht eingegrenzt worden ein Fehler, wie sich im Nachhinein herausstellte. Denn wer glaubt, die Jugend liebt die Kürze, der irrt. Eingereicht wurden sogar Romane.

Nach dem individuellen Lesen kristallisierte sich bei den vier Jury-Mitgliedern eine große Übereinstimmung heraus ein Zeichen dafür, dass die Preisträger mit ihren Texten überzeugen konnten. Trotzdem gab es viele weitere preisverdächtige Arbeiten. Deshalb wurden eben auch in einer Altersklasse zwei dritte Preise vergeben, in einer anderen drei Preise ohne Rangordnung. Auf jeden Fall wurden von den Schülerinnen und Schülern, die hauptsächlich das Kyritzer Gymnasium und die Neustädter Prinz-von-Homburg-Schule besuchen, Arbeiten eingereicht, die sehr berühren, oft auch offene Wunden.

Sensible Naturbeobachtungen, die Begegnungen mit Menschen, auch solchen, die nicht gerade auf der Sonnenseite des Lebens stehen, persönliche Schicksalsschläge, aber auch lustige Episoden und Begegnungen, zum Beispiel mit Tieren, wurden aufgeschrieben, literarisch verarbeitet.

Da der Wettbewerb alle zwei Jahre ausgeschrieben wird, hofft der Förderverein Kirche Stüdenitz, dass sich zukünftig mehr junge Leute aus ganz Ostprignitz-Ruppin am Wettbewerb beteiligen. Sie zum Schreiben zu ermutigen, das ist das Anliegen des Wettbewerbs, der den Namen einer Stüdenitzer Schriftstellerin trägt, die immer mutig ihren Weg gegangen ist. (Von Renate Zunke)

Axel Knopf über die Beteiligung am Literatur-Wettbewerb für junge Dichter

Schreib-Talente

Wenn Eva Hoffmann-Aleith noch leben würde, dann wäre sie von der großen Beteiligung an dem Literatur-Wettbewerb, der ihren Namen trägt, sicherlich begeistert. Vornehmlich Schüler des Kyritzer Gymnasiums und der Neustädter Prinz-von-Homburg-Schule sendeten die 140 Arbeiten ein. Die Jugendlichen haben es also auch im Zeitalter von Twitter und SMS nicht verlernt, längere Texte zu schreiben.

Der Autoren-Nachwuchs brachte sensible Naturbeobachtungen, lustige Episoden aus dem eigenen Leben und Begegnungen mit anderen Menschen zu Papier. Spätestens beim letzten Punkt sind wir ganz nah bei Eva Hoffmann-Aleith. Die Pastorin und Schriftstellerin schilderte oft das Leben von Frauen, deren Leistungen die Gesellschaft nicht richtig gewürdigt hatte. Möglicherweise nahmen sich einige Teilnehmer die Stüdenitzerin zum Vorbild, als sie ihre Texte zum Thema "Bewegende Begegnung" aufgeschrieben haben.

Als Vorbild für die Organisation von Schüler-Wettbewerben kann wiederum getrost der Stüdenitzer Kirchenförderverein bezeichnet werden. Die große Beteiligung beweist, dass sich Jugendliche begeistern lassen. Beispielsweise vom faszinierenden Lebenslauf einer mutigen Frau wie Eva Hoffmann-Aleith, die im Jahr 2002 verstarb.

Märkische Allgemeine vom 03. Juni 2012

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