Der Schatz von Hoppenrade

Kirchbauverein hat das Geld für den ersten Sanierungsabschnitt der Kirche zusammen

HOPPENRADE - Andreas Krückens Augen glänzten, als er die große, hölzerne Truhe in die Kirche schleppte. "Alles voller Gold", sagte der Vorsitzende des Hoppenrader Kirchbau- und Fördervereins in einer Mischung aus Ironie und Vorfreude. Immerhin, das Gewicht stimmte schon mal. "Puh, ist die schwer!" Andreas Krücken ächzte unter dem Gewicht der Truhe, die der Verein vor ein paar Wochen durch Zufall entdeckt hatte, versteckt unter allerlei Gerümpel.

Beim Frühjahrsputz am Sonnabend wurde das Geheimnis um den Inhalt endlich gelüftet. Krücken probierte erst den Sakristei- und dann den Generalschlüssel, ehe schließlich ein Spaten und rohe Gewalt die Kiste öffneten. Der vermeintliche Schatz von Hoppenrade entpuppte sich als zwei alte Liedertafeln sowie eine vergilbte Ausgabe einer Anglerzeitschrift aus dem Jahr 1963. "Schade", meinte Andreas Krücken. "Dann müssen wir das Geld für die nächsten Abschnitte der Kirchensanierung wohl doch anderweitig zusammenkratzen."

Die Finanzierung des ersten Bauabschnitts ist dagegen gesichert. 190 000 Euro kostet die Instandsetzung des Kirchturmes. Die Hälfte davon übernimmt das Land Brandenburg, die andere teilen sich die Landeskirche, der Kirchenkreis Falkensee und die Gemeinde, die jeweils 30 000 Euro übernehmen.

"Wir hoffen, dass vielleicht schon in vier Wochen das Gerüst steht", sagte Andreas Krücken. Eine Baugenehmigung liegt bereits vor. Doch der Turm kann seiner Meinung nach nur der Anfang sein. Um einen weiteren Verfall des Gebäudes zu verhindern, müsse man danach schnellstmöglich mit der Sanierung des Hauptschiffs beginnen. Kosten: weitere 180 000 Euro. Notfalls, so Krücken, müsste die Gemeinde eben Kredite aufnehmen, um den Eigenanteil aufzubringen.

Einen kleinen Teil des Geldes will der erst seit März 2011 bestehende Förderverein selbst beisteuern. Er hat ein Puzzle von der Kirche erstellt, dessen 500 Teile zu je 25 Euro verkauft werden sollen, um damit die Sanierung der Turmuhr zu finanzieren. Erste Puzzlestücke haben bereits Abnehmer gefunden. "Wir können wahnsinnig stolz darauf sein, was wir schon alles erreicht haben", sagte Andreas Krücken. Am Wochenende fliesten Mitglieder des Fördervereins die Räume für die neue Toilette und räumten im gesamten Gebäude auf. Neben der Truhe entdeckten sie dabei auch ein altes Kreuz aus Metall, das vermutlich einmal auf dem alten Friedhof gestanden hat, der sich einst hinter der Kirche befand. (Von Philip Häfner)

Märkische Allgemeine vom 07. Mai 2012

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