Sanierung kann weitergehen

Förderverein Persiuskirche Brügge wurde gegründet / Vorstand mit Minimalbesetzung

BRÜGGE - Gleich 21 Mitglieder traten in den neuen Förderverein Persiuskirche Brügge (Amt Meyenburg) ein, der Ende März gegründet wurde. Zum Vereinsvorsitzenden wurde Georg Zander gewählt. "Wir hatten zu einer Infoveranstaltung für die Bürger eingeladen und am gleichen Abend den Verein aus der Taufe gehoben", erzählt er. Mitglieder wurden nicht nur Brügger und Warnsdorfer, sondern auch ein Falkenhagener Kurt Zander. Er hatte vor Jahren die Initiative zum Erhalt der Brügger Kirche wiederbelebt. Der Verein muss noch ins Vereinsregister eingetragen werden. Am Donnerstagnachmittag war der Notartermin. Der mit drei Personen minimal besetzte Vorstand besteht neben dem Vorsitzenden Georg Zander aus dessen Stellvertreter Toralf Grott und der Schatzmeisterin Gisela Knablowski.

"Die Idee von der Vereinsgründung steht, seit die Aktivitäten rund um die Kirche auflebten", so der Vorsitzende. Die begannen im Herbst 2006, nachdem die Brügger zunächst eine Bestandsaufnahme im und an der Feldsteinkirche gemacht hatten, die das erste Bauwerk des Potsdamer Baumeister Ernst Ludwig Reinhold Persius war. Durch die kaputten Fenster wehte der Wind, Nässe konnte ungehindert eindringen und auch Tauben, die auf den Kirchenbänken ihren Dreck hinterließen. Überall lag in der über Jahre ungenutzten Kirche Schutt und Gerümpel.

Die Brügger machten sich ans Werk: Sie räumten nicht nur in dem 1864 errichteten und heute denkmalgeschützten Gotteshaus auf, sondern befreiten den Platz drumherum von wild wucherndem Strauch- und Buschwerk, wie Georg Zander berichtet. Über zwei Jahre zogen sich die Arbeitseinsätze und die ersten Sicherungsmaßnahmen hin. 2007 wurde dann nach Jahrzehnten wieder eine Andacht in der Kirche gefeiert. Damals wurde auch das erste Mal die Vereinsgründung diskutiert. Im Sommer 2008 fand die erste Vernissage statt: Gordon Thalmann, der bei der kreislichen Denkmalbehörde arbeitet, organisierte die Ausstellung "Reinhold Persius und die Dorfkirche von Brügge". Seitdem gab es immer wieder kleine Konzerte, Andachten oder Hubertusmessen, die besonders gut besucht waren.

Bei der jüngsten Hubertusmesse im November 2011 habe Georg Zander dann gesagt: "Bis zum Ende des ersten Quartals 2012 ist der Verein gegründet." Denn die Institution biete gute Möglichkeite, an Geld für den Erhalt der Kirche zu kommen: Der Verein kann Spendenquittungen ausschreiben und Fördermittel beantragen. "Und dazu müssen wir in der Lage sein, wenn wir etwas erreichen wollen", so der Vereinsvorsitzende. Über den Verein Persiuskirche Brügge ließen sich zudem auch Menschen erreichen, die mit dem Gebäude verbunden sind, aber nicht zwingend mit der Institution Kirche. Nicht zuletzt habe das Angebot, am 9. Juni die Mittagspause für die Tour-de-Prignitz-Radler zu bestreiten, die Vereinsgründung forciert, meint Zander.

Im Fokus der Vereinsarbeit stehen nun Sanierung, Erhalt und Nutzung der Brügger Kirche. Zwar konnten 2009 dank einer Zuwendung der Sparkassenstiftung die Fenster erneuert werden, die die bis dahin eingesetzten provisorischen Sperrholzplatten ersetzten. Doch sind weitere Sanierungsarbeiten dringend nötig. So ist nach wie vor das Dachgebälk marode, an einigen Stellen dringt sogar Wasser ein. Die Kosten für die Sanierung des Daches werden auf 200 000 Euro geschätzt. (Von Beate Vogel)

Märkische Allgemeine vom 21. April 2012

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