Falkenthals Kirchturm braucht Hilfe von ganz oben

Ausmauerung des Fachwerkaufbaus am Gotteshaus in Gefahr / Denkmalschutz kommt

FALKENTHAL - Alle Glocken über die Kriegszeiten gerettet zu haben nur wenige Gotteshäuser im Land Brandenburg können das in ihrer Chronik vermerken. Die Falkenthaler Kirche im Löwenberger Land gehört dazu. "Wenn das Trio läutet, ist das wie Musik", schwärmt nicht nur Pfarrer Hans-Joachim Vanselow. Auch Uwe Rohtermundt empfindet das Zusammenspiel der drei Glocken als "wunderschön". Der gebürtige Falkenthaler, der vor seinem 70. Geburtstag steht, betreut das inzwischen computergesteuerte Geläut schon seit etlichen Jahren. Leider, so das Mitglied des Gemeindekirchenrates Falkenthal/Liebenberg, könne inzwischen nur noch eine Glocke geläutet werden, weil an einigen Stellen die Ausmauerung des Fachwerks abzustürzen droht. "Die Erschütterungen sind zu stark. Ausnahmen werden nur zu den Gottesdiensten gemacht", sagt Uwe Rohtermundt. Dann würden ausnahmsweise noch alle drei Glocken in Gang gesetzt.

Der Kirchengemeinde ist sehr daran gelegen, dass der Turm erhalten wird, denn er ist einzigartig in Brandenburg. Im Jahr 1702 ließ ein Pfarrer namens Arnoldi das Gotteshaus um einen barocken Turmaufsatz mit Laterne in Fachwerkbauweise aufstocken. Die Kirche wurde so zum Zeichen des gelungenen Wiederaufbaus von Falkenthal nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges. Zugleich sorgt der Turmaufsatz dafür, dass die Kirchturmspitze noch in großer Entfernung sichtbar ist.

Für Donnerstag kommender Woche, 19. April, hat sich nun der Denkmalschutz angesagt, um das Bauwerk zu begutachten und gemeinsam mit Vertretern der Kirchengemeinde zu beratschlagen, was getan werden muss, um Gefahren abzuwehren und den Turm perspektivisch zu sanieren. Nach Ansicht von Pfarrer Hans-Joachim Vanselow sei denkbar, die gefährdeten Turmwände zunächst "abzubrettern". Eine Seite des Turmes ist bereits einmal auf diese Weise verblendet worden. Das letzte Wort hat auf jeden Fall der Denkmalschutz. Pfarrer und Kirchengemeinde hoffen, dass schnell eine Lösung gefunden wird, bevor noch mehr Mauerwerk aus dem Fachwerk herausbricht. "Und ich wünsche mir, sagt Hans-Joachim Vanselow, dass die zum Zuge kommenden Handwerksfirmen die Kirche im Dorf lassen", womit der Pfarrer auf die Kosten anspielt, die die Bauleute der Kirchengemeinde in Rechnung stellen werden. (Von Bert Wittke)

Märkische Allgemeine vom 14. April 2012

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