Damit die Dorfkirche erhalten bleibt

Wulfersdorf (MOZ) Der Förderverein Dorfkirche Wulfersdorf hatte traditionell zum Ostermontag zur nunmehr vierten Veranstaltungssaison zugunsten der Restaurierung des Gotteshauses eingeladen.

 
Hoffen, dass der Spendentopf zum Erhalt des Gotteshauses sich weiter füllt: Gisela Werner, Regina Schulze, Birgit Loitsch und Regina Klawunn (von links) vom Förderverein Dorfkirche Wulfersdorf.
© Elke Lang

Die Sonne lachte, die Musiker waren vollzählig versammelt, der große Spendentopf stand am Eingang bereit, und die Leute strömten nur so in die kleine Wulfersdorfer Kirche. Zur Tradition gehört auch, dass das erste Konzert von der in der Region beheimateten Gruppe "Sitramé" ausgerichtet wird, die wie im vorigen Jahr durch die "RäuberBand" aus Kossenblatt verstärkt wurde. Beide Gruppen haben sich vor allem der keltischen Folklore irischer und bretonischer Ausprägung sowie dem deutschen Volksmusikgut verschrieben.

Rund 70 Zuhörer lauschten den unkonventionell mit Geige, Gitarre, Harfe, Akkordeon, Synthesizer, Flöte, Trommel und Mandoline erzeugten Klängen, die nicht ohne Ecken und Kanten waren. Aber es kam auch nicht auf Perfektion an und das Beeindrucken durch meisterliches Beherrschen von Schwierigkeiten. Wichtig ist für die Laienmusiker, die Stimmung auszukosten, die von den Liedern und Tänzen des Nordens von Norddeutschland bis Irland und Skandinavien ausgeht, und ihren Rhythmus nachzuempfinden.

Wie selbstverständlich waren diesmal mit Marie und Konstantin von Lonski sowie Lena Grasse drei Kinder aus der Taucher Grundschule dabei, denn die RäuberBand unter der Leitung von Jörg Bogadtke kümmert sich erfolgreich um ihren Nachwuchs. Es erklangen wie im vorigen Jahr "Lieblingsstücke, auf die wir nicht verzichten wollen", so der Leiter. Dazu gehörten "Sally Garden's" und "Brian Borus March", aber vieles war neu einstudiert worden. "Dat du min Leevsten büst" und "Stand ein Birkenbaum am grünen Raine" gehörten dazu. Das letzte Lied war zum Mitsingen: "Hans, bleib da, man weiß ja nicht, wie's Wetter wird" - ein altes Stimmungslied, das Laune machte.

Die Spenden, die der Förderverein durch seine Benefizveranstaltungen sammelt, sind vollständig für den Erhalt der Kirche bestimmt. Jetzt sind, nachdem immer wieder Geld für notdürftige Dachreparaturen ausgegeben werden musste, wieder über 11 000 Euro in der Kasse, davon 955,60 Euro, die im vorigen Jahr durch zwei Instrumentalkonzerte und zwei Chorkonzerte an Spenden zusammengekommen waren. Das jetzige Konzert hat 272 Euro gebracht. Das Wichtigste sei immer noch ein neues Dach, da es reinregnet und an der Innendecke mit ihrer historischen Bemalung schon verfaulte Bretter erkennbar sind, so Birgit Loitsch, die Sprecherin des Vorstands, der aus der Vorsitzenden Gisela Werner, der Stellvertreterin Regina Klawunn sowie der Schatzmeisterin Regina Schulze besteht. Vor Einbruch des Winters war schon durch die Vereinsmitglieder der Dachboden gereinigt worden, um ihn zu entlasten, "aber eigentlich müsste das ganze Dach runter, da in der Mauer der echte Hausschwamm sitzt", erklärt Birgit Loitsch. Eine Komplettsanierung der Kirche war 2003 mit 150 000 Euro veranschlagt worden. Dieses Baugutachten wird jetzt durch das Kirchliche Bauamt aktualisiert und in einem reichlichen Monat vorliegen. "Das neue Gutachten ist Voraussetzung, um an größere Spendensummen, zum Beispiel durch die Sparkasse gelangen zu können", konstatiert Birgit Loitsch in ihrem Tätigkeitsbericht.

Für dieses Jahr sind noch vier Konzerte geplant, das nächste am Sonnabend, dem 12. Mai, 15 Uhr mit dem "Fährmann" Alexander Bäricke, der gefühlvolle Lieder, begleitet mit Gitarre, singt und auf der Mundharmonika spielt.

Märkische Oderzeitung vom 11. April 2012

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