Kleine Kirche, großes Tamtam

Darsikow (MZV) Schritt für Schritt zum geweihten Gotteshaus: Die Arbeit des Vereins Kleine Kirche Darsikow geht zwar mühselig voran – aber sie geht voran. Am Mittwochabend wurde das Gebäude bekrönt.

 
Auch die Zimmerer musste beim Erklimmen der Kirche einen guten Gleichgewichtssinn beweisen.
© Melzer-Voigt

Die Stimmung vor Ort war ausgelassen: Rund 30 Gäste hatten sich trotz des Regens vor der Kirche versammelt, und alle stellten sich eine Frage: Was wandert denn nun in die Kartusche? Denn diese galt es zu befüllen, verschließen und auf den frisch sanierten Turm zu setzen.

Isolde Lange und Sibille Podorf vom Verein hatten zuvor alles zusammengetragen, was ihrer Meinung nach unbedingt einen Platz ganz oben auf der Kirche einnehmen soll: Visitenkarten der Bauunternehmen, die an der Sanierung beteiligt waren, sind ebenso für Jahrzehnte verstaut wie eine Chronik der Kirche und Fotos, die den Bauablauf dokumentieren. Am Ende wurden es so viele Erinnerungsstücke, dass die schmale Kartusche fast gar nicht ausgereicht hätte.

Mit etwas Ruckeln und ein bisschen Stopfen gelang es schließlich doch und Klempnermeister Matthias Weber verschweißte die Kartusche. "So, nu’ isset zu", sagte er. Doch der schwierigste Part der Bekrönung kam erst noch: Übers Obergeschoss konnte der Turmschmuck nicht aufs Dach transportiert werden, da dieses keinen Ausgang hat. Also mussten Zimmerer, Klempnermeister und einige Besucher die Kirche von außen erklimmen. Da aber auch schon ein Teil des Gerüsts abgebaut wurde, war das nur übers eingelattete Dach möglich. Auf diesen Balanceakt verzichtete Isolde Lange dann doch. "Ich bin 60 Jahre alt und krabbel nicht über diese Dachlatten", sagte sie .

Sicher auf der Erde erklärte sie dann auch, warum es überhaupt nicht schlimm ist, dass es bei der Bekrönung regnete. "Jeder Tropfen Regen, soviel Glück und Segen", meinte sie. Und genau das können Kirche und Verein durchaus noch gebrauchen, denn die Arbeit in Darsikow ist noch lange nicht beendet. In der kommenden Woche wird das Gebäude eingedeckt. Noch in diesem Jahr werden die Fenster eingebaut. Sie werden mithilfe eines Spenders restauriert.

2013 steht dann die Sanierung der Decke an. Sie ist stellenweise eingefallen. "Und wenn sie drin ist, dann kommen wir der Weihung auch näher", sagte Isolde Lange. Denn genau das ist es, worauf alle Vereinsmitglieder hinarbeiten: Die kleine Kirche in Darsikow soll wieder ein echtes Gotteshaus sein, in dem auch Andachten, Hochzeiten und mehr stattfinden.

Märkische Oderzeitung vom 05. April 2012

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