In fünf Jahren viel für Kleßen erreicht

Förderverein kümmert sich um die Dorfkirche

KLESSEN - Um die Dorfkirche Kleßen pfiff am Samstag der Wind. Drinnen trotzten die Schmitt-Singers musikalisch dem schlechten Wetter. "Veronika der Lenz ist da", schallte es durch die Dorfkirche. Der Förderverein Dorfkirche Kleßen feierte mit einer offenen Mitgliederversammlung sein fünfjähriges Bestehen. Barbara Dirksen, Pfarrerin im Ruhestand, würdigte die Arbeit des im Februar 2007 gegründeten Vereins, dem heute 18 Mitglieder angehören.

Der Kleßener Dorfkirchenverein hat viel bewegt. Dank des Einsatzes der Mitglieder konnte die Kirche saniert werden. Allein für die Fassadensanierung besorgte man insgesamt 115 000 Euro Fördermittel und Zuschüsse. Ohne dieses Geld hätte man die Sanierung nicht finanzieren können. Genauso wichtig war aber das ehrenamtliche Engagement der Fördervereinsmitglieder und weiterer Helfer. Der Vorstand dankte seinen Mitstreitern dafür am Samstag mit dem Buch "Kirche von Kleßen". Gestaltet hat das Buch zur Geschichte und Sanierung der Kirche Wanda Pleil, eine ehemalige Kleßenerin , die heute in Stendal lebt. Ingrid Ziesmer, die am vergangenen Samstag als Vorsitzende des Vereins bestätigt wurde, überreichte das Buch auch Bernd Cronjaeger, der die Sanierung baufachlich begleitete ehrenamtlich. So ersparte er Kosten in Höhe von 14 000 Euro. Cronjaeger lobte das enge Zusammenwirken von Förderverein, Kirchengemeinde, Kommune, Schloss Kleßen und Einzelakteuren. Dies sei das Fundament des Erfolges. Als Cronjaeger alte Unterlagen in die Hand bekam, stellte fest, dass die Bauzeichnungen, nach denen die Kleßener Kirche 1930 wieder aufgebaut und nun saniert wurde, von Kurt Sternberg sind. Mit dessen Enkel hat Cronjaeger einmal in einer Wohngemeinschaft gelebt.

Entwickelt hat sich in den fünf Jahren auch die Kulturarbeit. Der Förderverein organisiert Konzerte, Buchlesungen und andere Veranstaltungen in der Kirche. Für dieses Jahr sind bisher fünf Veranstaltungen geplant. Förderverein und Gemeindekirchenrat wollen eine offene Kirche, die jeder besuchen kann. Das benachbarte Schloss mit seinem schönen Ambiente lockt immer mehr Paare nach Kleßen, die in der Dorfkirche heiraten. Damit dieser Trend anhält, muss weiter Geld für Reparaturen und Instandsetzung in die Hand genommen werden. Jedes Jahr werden rund 3500 Euro gebraucht. Der Förderverein will helfen, das Geld aufzubringen.

Und es gibt noch ein Ziel. Die Kirche soll eine neue Heizung bekommen. Auch dafür will sich der Förderverein einsetzen. Es gibt also genügend Arbeit für den wiedergewählten Vorstand mit Ingrid Ziesmer, Gerhard Garz, Sabine Thiedig und Bernd Cronjaeger. Neu hinzu gekommen ist am Samstag Willibald Schmitt, als stellvertretender Vorsitzender. (ns)

Märkische Allgemeine vom 02. April 2012

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