„Jetzt ist der Anfang gemacht“

Förderverein für Jeseriger Pfarrhaus gegründet

JESERIG - Der Dornröschen-Schlaf des Jeseriger Pfarrhauses soll ein Ende finden. Seitdem Pfarrer Peter Sachse vor über zwei Jahren die Lukas-Kirchengemeinde verlassen hat, steht das Gebäude leer, das zusammen mit der Kirche den historischen Ortskern bildet. "Die Familie Sachse hat sich über viele Jahre mit den Wohnstandard arrangiert, den das Haus geboten hat, doch jetzt wäre wirklich eine Sanierung fällig", sagte Constance Duda vom Gemeindekirchenrat (GKR) am Donnerstag in der Jeseriger Gaststätte Fernfahrers Ruh. Dort wurde der "Förderverein zur Restaurierung des Pfarrhauses Jeserig" gegründet. GKR-Mitglied Joachim Häcker ist der verlassene Zustand ein Dorn im Auge: "Neben mir haben Gerhard Schulze und Lothar Schmidt versucht, das Zuwuchern von Haus und Garten zu verhindern."

Doch allein mit Gartenarbeiten ist es nicht getan. Es soll wieder Leben in das Pfarrhaus einziehen, mit dem viele Jeseriger seit Kindheitstagen verbunden sind. Deshalb hat Joachim Häcker im GKR den Anstoß gegeben, eine Sanierung des Hauses ins Auge zu fassen. "Ohne die Gründung eines Fördervereins ist die Sanierung nicht zu stemmen", sagte Duda und verwies auf ein vom GKR in Auftrag gegebenes Sanierungskonzept, das eine vorläufige Kostenschätzung von etwa 375 000 Euro ergab.

"Das kann die Kirchengemeinde natürlich nicht bezahlen und ein Mäzen ist auch nicht in Sicht", sagte Duda. Deshalb ist jetzt viel Einsatz gefordert, denn die Liste der Renovierungsarbeiten ist lang. Ein neues Dach muss her, Elektrik, Heizung, Wasserleitungen, Fassade und mehr müssen saniert werden. Und: Das Haus steht unter Denkmalschutz.

"Wir hoffen auf Fördermittel, gerade deshalb muss ein eigener Förderverein her, der sich um die Kontakte und den Papierkram kümmert", erklärte Duda. Um die Fördermöglichkeiten zu nutzen, muss sichergestellt sein, dass auch öffentlicher Raum im Pfarrhaus entsteht, aber diese Möglichkeit hat das Pfarrhaus ja auch früher geboten, als sich Gemeindemitglieder dort treffen konnten. "Im besten Fall könnten wir damit rechnen, dass 80 Prozent der veranschlagten Kosten durch Fördermaßnahmen gedeckt werden", hofft Duda.

Trotzdem wird sich der Förderverein, der jetzt acht Gründungsmitglieder hat, auf einen langen Weg einstellen müssen. Natürlich hofft der Vereinsvorsitzende Joachim Häcker auf mehr Mitglieder und auch auf Spenden aus Jeserig und anderen Orten. "Jetzt ist der Anfang gemacht, wir müssen uns später nicht vorwerfen, dass wir nicht alles versucht hätten." (Von Christine Lummert)

Märkische Allgemeine vom 17. März 2012

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