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Förderkreis für die Döllener Kirche will mit der Sanierung nicht bis 2016 warten

DÖLLEN - 16 000 Euro sind zwar beachtlich, reichen aber nicht als Eigenanteil des Vereins für die Erneuerung des Daches und die Notsanierung der Fassade des Döllener Gotteshauses. Das wurde bei der Jahreshauptversammlung des Förderkreises "Kirche auf dem Berge zu Döllen" bekanntgegeben. Etwa 30 Mitglieder waren dabei. Der Vorsitzende Jürgen von Freymann hielt den Rechenschaftsbericht für 2011. Die Finanzlage wertete Schatzmeister Andre Grün aus.

Von Freymann dankte den privaten Spendern des vergangenen Jahres und hob Horst-Bernd Winistädt aus Döllen hervor. Er spendete bis dato rund 2000 Euro für die Kirchensanierung. Anschließend erläuterte von Freymann das komplizierte und viel Geduld erfordernde Antragsverfahren für die Sanierung. Der Fördergeldgeber in Neuruppin habe den Antrag innerhalb des Ile/Leader-Programms für 2012 vor-erst abgelehnt. "Es gibt aber noch Fragen zur Zulassung der Maßnahme als Schadenssanierung. Die denkmalrechtliche Erlaubnis liegt noch nicht vor, dafür aber die denkmalpflegerische Stellungnahme", so von Freymann. Auch die untere Denkmalschutzbehörde stehe den Vereinsabsichten positiv gegenüber. Eine Baugenehmigung sei nicht notwendig. Bei einer Summe von 170 000 Euro würden vom Ile/Leader-Programm 70 Prozent übernommen werden, wenn der Verein 30 Prozent beisteuern kann.

Der Vorstand richtet nun seine Bemühungen auf die erneute Stellung von Förderanträgen. Für Jürgen von Freymann bedeutet das: Es liegt viel Papier auf dem Tisch. "Ich beantrage für spätestens 2013 Mittel bei der Expo, beim Verein ,Alte Kirchen Berlin-Brandenburg’, bei der Stiftung ,Wahrung kirchlicher Baudenkmäler’ und wieder bei der Sparkasse Prignitz, die uns 2012 nicht helfen kann", so der Vorsitzende. Der Kirchenkreis habe den Verein indes auf 2016 vertröstet. Der Vorstand würde gern früher beginnen und hofft auf Spenden, egal wie hoch. Von Freymann glaubt, dass dann auch der Kirchenkreis einlenken würde.

Die Döllener Kirche aus dem 13. Jahrhundert mit Nachbauten aus dem 15. und 19. Jahrhundert ist das älteste Baudenkmal im Ort und das geistig-kulturelle Zentrum von Döllen und hat einen Eintrag in der Brandenburger Denkmalliste. Der Förderkreis organisierte 2011 in der Kirche Theatervorstellungen, Konzerte und andere musikalische Höhepunkte. Zu Gast waren unter anderem die Kammeroper Schloss Rheinsberg, die Kreismusikschule, die Waldheim-Bläser und der Kyritzer Chor "Querbeet". In diesem Jahr sind vorerst fünf Konzerte geplant. (Von Hajo Nitschke)

Märkische Allgemeine vom 10. März 2012

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