Abstrakt, konventionell, filigran

Die Rohrbecker suchen die beste Lösung für die Kirchenfenster hinter dem Altar

ROHRBECK - Einblicke. Ausblicke. Einsichten. Aussichten. Und das in direktem und im übertragenen Sinne. Fenster prägen einen Raum. Deshalb hat sich der Gemeindekirchenrat von Rohrbeck auch größte Mühe mit den drei Chorfenstern gegeben. Eine Ausstellung, die Sonntag in der Kirche eröffnet wird, soll zeigen, wie die Fenster künftig aussehen können. Künftig, das ist das Jahr 2013, wenn die Kirche auf ihr 700-jähriges Bestehen zurückblickt.

Elisabeth Fleisch ist Vorsitzende des 2009 gebildeten Förderkreises Kirchensanierung Rohrbeck. Sie ist Neu-Rohrbeckerin und trug mit dazu bei, dass sich die Zahl der Gemeindeglieder seit 1998 verdreifacht hat. Die gewachsene Kraft spiegelt sich auch in der Kirchensanierung wider und in dem Wunsch, die drei Chorfenster neu zu gestalten. 12 000 Euro sind dafür vorgesehen. "Die etwa zwei Meter hohen Fenster waren mit einfachem Industrieglas aus den Vierzigerjahren gestaltet", erzählt Elisabeth Fleisch. Die Rohrbecker wollten etwas Neues, etwas, das auf die barocke Ausstattung und die anderen Kirchenfenster eingeht ohne dem Altar die Show zu stehlen. An einem Wettbewerb beteiligten sich 91 Künstler. Die Jury wählte in einer anonymen Präsentation fünf für die engere Wahl aus, sie werden jetzt in einer Ausstellung gezeigt. Die Entwürfe stammen von Ruth Baumann, Ute Lindner und Teresa Mazuela, alle drei aus Berlin, Andreas Hildebrandt aus Potsdam und Caroline Rüss aus Falkensee.

"Die Vielfalt der eingereichten Arbeiten hat uns überrascht", gesteht Elisabeth Fleisch. Auch die fünf Finalisten sind sehr unterschiedlich angelegt. Eher konventionell ist der Entwurf von Caroline Rüss, die lange in Rohrbeck lebte. Amorphe, verlaufende Formen dagegen bei der Spanierin Teresa Mazuela. Abstrakt der Entwurf von Ute Lindner, die Eisencyanit zwischen zwei Scheiben gibt und deren blaue Strukturen sich mit der Zeit unter Lichteinfluss verändern. Wie eine filigrane Wolke mutet das Zusammenspiel der drei Fenster im Entwurf von Andreas Hildebrand an. Klare und geätzte Flächen wechseln sich bei Ruth Baumanns Vorschlag ab. (Von Marlies Schnaibel)

Märkische Allgemeine vom 23. März 2012

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