Sanierung der Kirche Gadow auf Zielgerade

Giebel und Fassaden sind geschafft Turm, Dach, Orgel und Uhr noch nicht

GADOW - Im nächsten Jahr, genauer gesagt am 27. Januar 2013, wird in Gadow das 150. Jubiläum des Kirchenbaus begangen einen Tag vor dem eigentlichen Jahrestag der Einweihung der Kirche, dem 28. Januar 1863. Im vergangenen Jahr wurde viel Geld ausgegeben, um den Ost- und den Westgiebel sowie das Innere des Kirchenbaus fertig zu sanieren. Nun müsste nur noch der Turm in Ordnung gebracht werden.

Mehr als 20 Jahre war die Gadower Kirche gesperrt, bis sich im Jahr 2002 wegen einer Freie-Heide-Demonstration im Ort einige Helfer an die Arbeit machten, das Innere vom gröbsten Staub, Schmutz und herabgefallenen Putz der letzten 20 Jahre zu befreien. Unter der Empore wurde ein kleiner Gemeinderaum eingerichtet. Und schließlich wurde im März 2004 der Förderverein Dorfkirche Gadow gegründet.

Seither ist viel passiert, etliche bauliche Mängel konnten beseitigt werden. Im nächsten Jahr aber soll die Kirche so richtig schön aussehen. "Das Dach werden wir wohl nicht schaffen", sagt die Vorsitzende des Fördervereins, Renate Schüler. Aber sie hat Hoffnung, dass wenigstens der Turm saniert werden kann.

Durch Einnahmen von Konzerten, anderen Veranstaltungen sowie durch Spenden konnten im letzten Jahr der Ost- und der Westgiebel fertig saniert und Wandmalereien von der Wittstocker Restauratorin Daniela Geyer restauratorisch wiederhergestellt werden.

Schon voriges Jahr wurden auch Fördermittel für die Turmsanierung beantragt, jedoch hat der Leader-Verein 2011 den Fördermittelantrag der Kirchengemeinde nicht berücksichtigt. Vielleicht klappt es in diesem Jahr.

Wenn es mit der Turmsanierung klappen sollte, ist jedoch das Instandsetzen der Uhr nicht möglich. Gut und gerne 6000 Euro würde das zusätzlich kosten. Und auch für die Orgel muss noch sehr viel Geld investiert werden. Die steht seit dem Jahr 2001 im Orgelmuseum in Malchow und müsste von dort zurückgeholt werden. Das Problem: Es kostet viel Geld, denn die Lütkemüller-Orgel, Baujahr 1856, war stark reparaturbedürftig und wurde in Malchow wieder bespielbar gemacht. Diese Kosten 10 000 Euro müssten natürlich bezahlt werden. Hinzu käme das Geld, das für den Abbau in Malchow und den Aufbau in Gadow aufgebracht werden müsste. "Darüber haben wir noch keine Kostenschätzung", sagt Renate Schüler. Eines weiß sie aber: "Billig wird das nicht." (Von Uta Köhn)

Märkische Allgemeine vom 22. März 2012

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