Hoffnung auf die Hütte

Förderverein "Sanierung Lichterfelder Dorfkirche" schaut optimistisch in die Zukunft

LICHTERFELDE - Rappelvoll war die alte Schmiede am Freitagabend. Der Förderverein "Sanierung Lichterfelder Dorfkirche" traf sich zur Mitgliederversammlung. Die fällige Vorstandswahl verlief ohne Überraschungen. Gegenkandidaten gab es nicht. Frederik van der Kooi ist weiterhin Chef des im November 2009 gegründeten Vereins, Andreas Lust sein Stellvertreter. Als erster Schriftführer arbeitet Lothar Dümichen, zweiter ist Helmut Koppehele, Schatzmeisterin bleibt Ingrid Henkel.

Die schönste Nachricht hatte Pfarrer Joachim Boekels. Nicht vergeblich war bei der Jugendbauhütte angeklopft worden. "Die Chancen stehen gut, dass die Kirche in Lichterfelde vor dem Verfall gerettet werden kann. In Lichterfelde ist der Verein Internationale Jugendgemeinschaftsdienste eine große Hoffnung. Hier wollen junge Leute bei der Notsicherung der Kirche unter der Regie der Denkmalpflege helfen", erläuterte er.

Bernd Henning von der Jugendbauhütte Brandenburg/Berlin hatte Boekels mitgeteilt, dass er sich die Kirche erst mal ansehen und dann mit dem Pfarrer und dem Verein über das weitere Vorgehen entscheiden will. Von dieser Entwicklung wussten bislang nur der Vereinsvorsitzende und sein Vize. Am 7. März soll die Kirche in Augenschein genommen werden, wenn Henning sowieso in der Gemeinde ist.

"2013 wollen wir mit der Restaurierung beginnen, wenn wir Fördermittel bekommen", so Andreas Lust.

Er und van der Kooi hatten im November 2009 mit 13 weiteren Gründungsmitgliedern den Verein ins Leben gerufen. "Wir hatten das Ziel: Aus jeder Familie des Dorfes ein Mitglied." Damals gab es drei Möglichkeiten. "Es bleibt alles so wie bisher, oder wir finden jemandem wie Herrn Semrock in Riesdorf, der sich für die Kirchensanierung 40 Jahre eingesetzt hat, oder wir gründen einen Verein", erinnert sich Andreas Lust. Die Versammlung endete bekanntlich mit der dritten Variante, obwohl es vielen Lichterfeldern nicht gleich einleuchtete, einen Verein gründen zu sollen, wenn die Riesdorfer Kirche auch keinen brauchte. Inzwischen sind es 31 Mitglieder bei 70 Einwohnern; längst nicht nur aus Lichterfelde. Aus Jüterbog, Hohenseefeld, Gronau und den Niederlanden hat der Verein Mitglieder.

Sie alle haben "in den zwei Jahren 10 000 Euro erarbeitet", schätzt Lust. An der stolzen Bilanz hat die "Kirchen-Försterin" eine Aktie, sagt van der Kooi und meint Christiane Weber von der kirchlichen Waldgemeinschaft Fürstenwalde. Sie hat dem Verein das gesamte Bauholz geschenkt, das gebraucht wird. Es musste geschlagen und abtransportiert werden. Im Sägewerk wurde es zerteilt. Seit zwei Jahren lagert es. "Jetzt ist es trocken. "Dringende Reparaturen könnten wir in diesem Jahr beginnen", meint der Vorsitzende. Sein Vize ergänzt, dass für die Sanierung des Turms, des Westgiebels und des Schiffs 130 000 Euro nötig sind. Wann es losgeht, wird am 7. März mit Bernd Henning von der Jugendbauhütte entschieden. (Von Gertraud Behrendt)

Märkische Allgemeine vom 27. Februar 2012

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