Sanierung in Etappen

Fördermittel für die Wutiker Kirche sind beantragt / Verein hofft auf Bewilligung im Juni oder Juli

WUTIKE - Werbung um Mitglieder sowie die Organisation von Veranstaltungen, das war es, womit sich der Förderverein "Kirche in Wutike" im ersten Jahr vorwiegend beschäftigt hatte. Bei der ersten Jahreshauptversammlung wurde Bilanz gezogen. Die Vereinsvorsitzende Helga Scheibner hielt den Rechenschaftsbericht.

Inzwischen gibt es 45 Vereinsmitglieder. Sie kommen überwiegend aus Wutike, aber auch aus Kyritz, Wusterhausen, Dahlhausen, Breitenfeld, Parchim und weitere aus Berlin. Im vergangenen Jahr fanden fünf Mitgliederversammlungen statt. Neben der Organisation von Veranstaltungen unter dem Motto "Musik-Sommer 2011" sahen sich die Mitglieder außerdem nach Fördermöglichkeiten um. Ihr Ziel ist die etappenweise Sanierung der Feldstein-Fachwerkkirche samt Turm mit Glockenstuhl.

Helga Scheibner sagte bei ihrem Resümee. "Der Verein hatte ein schönes, abwechslungsreiches Programm organisiert. Viele Gäste kamen. Dank vieler Helfer und kulinarischer Spenden waren die kulturellen Aktionen ein voller Erfolg." Die Geldspenden seien dem Förderverein zugute gekommen oder bei Bedarf für Künstlerhonorare verwendet worden. Eine besondere Herausforderung sei es gewesen, in der Planung die benötigten Gelder für die Restaurierungsabschnitte einzutakten. Inzwischen habe man eine Art Prioritätenliste aufgestellt. Fachliche Hilfe bekam der Verein dabei vom Architekturbüro Holzrichter aus Breitenfeld. Phillippe Holzrichter ist Vereinsmitglied.

Die erste Hürde, wenngleich nicht die höchste, ist genommen. Die Kirchenglocken durften wegen des maroden Glockenstuhls nicht mehr geläutet werden. Alle Bemühungen um Förderungen und Spenden für ein elektronisches Geläut schlugen fehl. Es kam trotzdem. Im Sommer hatten Helga Scheibner und ihr Stellvertreter Jörg Kunkel privat insgesamt 3000 Euro gespendet, um die bescheidenen Eigenmittel des Vereins nicht vollständig aufzubrauchen. Für die Mitglieder ist das wieder hörbare Glockenspiel auch ein symbolisches Signal für die Weiterverfolgung der Ziele. Damit es weitergeht, wurde bereits ein Leader/Ile-Förderantrag für den Realisierungszeitraum 2012 bis 2014 gestellt. Bis Ende Februar sind noch Unterlagen nachzureichen. Man hofft auf eine Bewilligung im Juni oder Juli dieses Jahres.

Die Sanierungskosten für die Wutiker Kirche sind mit 254 146 Euro angesetzt worden. Beantragt wurde eine Förderung in Höhe von 160 176 Euro. Beim Kirchenkreis Kyritz-Wusterhausen liegt ein Antrag auf 20 000 Euro vor, ebenfalls bei der Landeskirche. Knapp 46 000 Euro sollen von der Kirchengemeinde Wutike kommen. Der Förderverein muss 8000 Euro beisteuern. Seine Eigenmittel belaufen sich derzeit auf rund 5000 Euro. Der Antrag beim Brandenburgischen Oberlandesgericht, in dem der Verein um die Aufnahme in die brandenburgische Liste der Empfänger von Geldauflagen bittet, wurde stattgegeben.

Der Arbeitsplan für dieses Jahr wie auch die Vorschläge für das kulturelle Programm sind vielfältig und bunt. Es soll Vorträge, Konzerte und Kinovorführungen in der Kirche geben. Das Problem: Es steht noch nicht fest, ob das Gotteshaus dafür genutzt werden kann, weil eventuell die Bauarbeiten beginnen. Dann müssten Ausweichorte festgelegt werden. Dazu wird aber gesondert beraten. (hani)

Märkische Allgemeine vom 11. Februar 2012

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