Von möglicher Leaderförderung angetrieben

Wenn die Eigenmittelbeschaffung gesichert werden kann, naht Rettung für Sewekower Dorfkirche

SEWEKOW - Mit so viel Entgegenkommen des Leader-Vereins hatte im Förderkreis zur Rettung der Sewekower Dorfkirche wohl niemand gerechnet. Die von den Mitgliedern Ende des vergangenen Jahres beschlossene Antragstellung für Fördermittel zur dringenden Kirchensanierung ist auf fruchtbaren Boden gestoßen.

Kirchenälteste Ingeborg Ruge befürchtet nun sogar, dass das angeschlagene Tempo zu schnell sein könnte. Dem Ortsbeirat berichtete sie am Dienstag über folgenden Sachstand: Der Fördermittelantrag wurde Anfang Januar im Leader-Verein gestellt und von diesem positiv beschieden. "Weitere Unterlagen sind nachzureichen, das geschieht kurzfristig", sicherte die Kirchenälteste dem Ortsbeirat zu. Mit einer so zügigen Bearbeitung und so günstigen Signalen habe sie nicht gerechnet. Die im Förderantrag von ihr genannte aufgerundete Investitionssumme für die Kirchensanierung von mehr als 200 000 Euro müsse nun ganz genau mit Kommastelle nochmal mitgeteilt werden.

Für Besucher der Ortsbeiratssitzung zählte Ingeborg Ruge alle bisherigen Maßnahmen zur Kirchenrettung auf: Die Dachstuhlkonstruktion ist notgesichert. Es gibt Gutachten und einen Katalog zu dringenden Baumaßnahmen. Die Geldsumme für jede einzelne Baumaßnahme ist genau errechnet. Dafür ist die Kirchengemeinde Dranser Land in Vorleistung gegangen.

Die Werbetrommel für Spenden ruhte nicht mehr. Im Kirchenbauamt, im Konsistorium und bei Stiftungen sind die erhofften Spendensummen benannt, die für einen Eigenmittelanteil aufzubringen sind. "Es hat den Anschein, dass wir noch in diesem Jahr eine Förderzusage bekommen könnten. So kurzfristig sind jetzt die Eigenmittel wohl nicht zu bekommen", äußerte Ingeborg Ruge ihre Befürchtung. Ohne diese würde es die Förderung nicht geben.

Mit jedem Monat, der nun verstreicht, könnten sich die Förderrichtlinien ungünstig für Antragsteller ändern. Bisher sind es 75 Prozent Förderanteil von der Gesamtsumme. Im nächsten Jahr sollen es möglicherweise nur noch 50 Prozent Förderung sein. "Dann wird es noch schwieriger, den spürbar höheren Eigenmittelanteil zu bekommen", so Ingeborg Ruge.

Auf eine Lösung hofft sie im heutigen Treffen mit dem Superintendenten des Kirchenkreises Wittstock-Ruppin und einem Vertreter aus dem Kreiskirchenbauamt, mit Vertretern des Kirchenkreises und aus dem Ortsbeirat. "Das Vorhaben hat so viel Fahrt aufgenommen, dass ich im Zweifel bin, ob wir nicht lieber aufs Jahr 2013 als Zielstellung orientieren, um das Eigenmittel-Ziel zu schaffen", sagt die Kirchenälteste.

Ortsvorsteher Daniel Hauke widerspricht ihr, die Förderung zu derzeitigen Bedingungen sollen nicht verpasst werden. Für die Eigenmittelbeschaffung sei eine Offensive nötig. Bis zum 15. Februar will die Förderstelle ein Finanzkonzept haben.

Das fast 200 000 Euro teure Sanierungsvorhaben, einschließlich einer kompletten Dacherneuerung, könnte zurzeit mit bis zu 126 000 Euro aus der Leaderförderung bezuschusst werden. Bei Eigenmitteln wäre auch die Kirchengemeinden und der Kirchenkreis mit im Boot. Gelingt das Finanzierungsmodell, könnte schon im Mai 2012 Baubeginn sein und Ende Oktober wäre der Kirchenbau gerettet.

Der Vorsitzende vom Leader-Verein präzisiert: "Wir haben zunächst die vereinspolitische Weichenstellung auf Grundlage unseres GLES vorgenommen. Wir sind dabei wie ein Instrument im ganzen Orchester. Die Förderung wird im Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz entschieden. Sollten bei einem Positivbescheid für das Vorhaben die Eigenmittel noch nicht ausreichend sein, dann rate ich, rechtzeitig mit dem Fördergeldgeber die Situation zu beraten", sagt Vereinsvorsitzender Jörg Gehrmann. (Von Gerd-Peter Diederich)

Märkische Allgemeine vom 09. Februar 2012

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