Frischer Wind fürs Darsikower Kleinod

Darsikow (MZV) Mal ein Hämmern, mal ein Klopfen: Im Wald bei Darsikow ist es in letzter Zeit nicht mehr so still wie noch vor Kurzem. An der kleinen Kirche wird gewerkelt. Sie soll für 70000 Euro ein neues Dach bekommen.

 
Isolde Lange ist stolz darauf, dass die Bauarbeiten an der Kirche endlich begonnen haben.
© Melzer-Voigt

Wie nötig das ist, wird schnell klar. Dachziegel haben sich gelöst, Schiefer ist vom Turm gefallen und alles sieht krumm und schief aus. Auch der Geruch von frischem Holz fällt auf: Es türmt sich vor der Kirche auf und wird von Zimmerleuten gebraucht, die sich seit Anfang Januar um den Dachstuhl kümmern. Wenn sie fertig sind, können die Dachdecker beginnen.

Wichtig bei der Sanierung der entweihten Kirche ist, dass viele Materialien wieder verwendet werden. So sehen sich die Zimmerleute jedes Stück Holz genau an. Das kommt dem Förderverein der Kirche zugute, denn die 70000 Euro, die zur Verfügung stehen, sind die Schmerzgrenze mehr geht nicht, bestätigt Mitglied Isolde Lange. Dieses Geld war schwer aufzutreiben. Nur mit Hilfe von Fördergeldern und großzügigen Spenden war es möglich, diese Mittel zusammenzubekommen. Die Initiative der Vereinsmitglieder darf dabei nicht vergessen werden. Sie mussten 20000Euro in Eigenleistung aufbringen, zogen dafür unter anderem mit ihrem Verkaufsstand von Markt zu Markt. Pünktlich zu Weihnachten bekam der Verein "den roten Punkt", wie Lange sagt, also die Baugenehmigung vom Landkreis.

Derzeit sieht die Kirche im Inneren noch chaotisch aus. Überall liegen Baumaterialien, die Decke muss abgestützt werden, denn sie musste von den Zimmerleuten erst einmal so gesichert werden, dass sie überhaupt betreten werden kann. Wenn die Bauarbeiten fertig sind, kommt das Merkwürdige: Die Arbeiter müssen dann wieder ein Loch in die Decke schlagen. "Dadurch wird die Glocke durchgezogen, wenn wir sie wiederbekommen", so Lange. Diese liegt derzeit in Heilbrunn, soll aber wieder nach Darsikow kommen. Da sie übers Treppenhaus nicht in den Turm gebracht werden kann, muss die Decke dran glauben.

Es gibt viele Baustellen in der Kirche. In der Kanzel ist der Wurm drin, die Fenster werden bald saniert. Irgendwann muss auch die Decke der Kirche erneuert werden. Dafür werden Spender und Sponsoren gebraucht. Doch es lohnt sich allein schon dann, wenn man in Isolde Langes Gesicht sieht, wenn sie zu schwärmen beginnt: von Konzerten und Hochzeiten, die nach der Sanierung wieder in Darsikow stattfinden sollen. Doch erst wird Richtfest gefeiert. In sechs bis acht Wochen soll es soweit sein. "Vielleicht können wir da ja gleich wieder Spenden sammeln", hofft Lange.

Spendenkonto des Vereins bei der Sparkasse Ostprignitz-Ruppin, Kontonummer 1740005747, Bankleitzahl 16050202

Märkische Oderzeitung vom 18. Januar 2012

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