Der "Hut" muss trocken sein

Das Dach des Kirchenschiffs in Märkisch Wilmersdorf kann instand gesetzt werden

MÄRKISCH WILMERSDORF - In froher Erwartung ist dieser Tage nicht nur Pfarrer Stephan Michalsky. Denn es sieht so aus, als könne mit den Sanierungsarbeiten für das Kirchendach der Märkisch Wilmersdorfer Dorfkirche noch in diesem Frühjahr begonnen werden. Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg hat sich dafür ausgesprochen, aus den Erträgen des Stiftungskapitals das Vorhaben zu unterstützen. Es gibt Geld von der Stiftung der Mittelbrandenburgischen Sparkasse, von der Landeskirche, und 1000 Euro hat die Stadt Trebbin im Haushaltsplan eingestellt. 12 000 Euro kommen vom Förderverein Dorfkirche Märkisch Wilmersdorf und noch einmal 4000 Euro von der eigenen kleinen Kirchengemeinde. Insgesamt werden zirka 130 000 Euro für den ersten Bauabschnitt benötigt.

Im vergangenen Jahr fiel beim Säubern der Regenrinne auf, dass die unteren Dachsteine am Abrutschen sind. Sie wurden notdürftig hochgeschoben und an den Putzresten festgehakt. Aber Regen und Sturm sind nicht spurlos am alten Gemäuer vorübergegangen. Je länger die Sanierungsmaßnahmen hinausgeschoben werden, umso schneller geht der Verfall voran. Im Anschlussbereich des Daches, auf dem der Turm steht, gibt es feuchte Ecken, die gar nicht mehr trocken werden. Dieser Teil der Sanierung wäre ein zweiter, nicht minder wichtiger Bauabschnitt. Und der könnte noch einmal in etwa 130 000 Euro kosten.

Da beim Turm statische Probleme auftreten, könnte man ihn auch gleich so bauen, wie er vor 1958 aussah, überlegen Mitglieder des Fördervereins.

"Wir sind keine Nobelsanierer", meint Pfarrer Michalsky dazu, "die Variante wäre ein Schnörkel, den wir nur machen, wenn wir es uns leisten können." Sanierungsanträge und Vorverhandlungen laufen seit gut zehn Jahren.

Jetzt kommt es erst einmal darauf an, dass "der Hut der Kirche trocken ist", so Michalsky. (Von Gudrun Ott)

Märkische Allgemeine vom 14. Januar 2012

   Zur Artikelübersicht