Auf dem Weg der Besserung

Sanierungsarbeiten haben begonnen: Die kleine Kirche in Darsikow bekommt nun endlich ihr neues Dach

DARSIKOW - Nun wurde die Sanierung doch nicht zur unendlichen Geschichte. Schon längst sollte das Dach der kleinen Kirche in Darsikow erneuert sein. Jetzt haben die Bauarbeiten endlich begonnen.

"Heiligabend haben wir den Baugenehmigungsstempel der Denkmalschutzbehörde bekommen", sagt Isolde Lange vom Kirchenförderverein. "Das war das schönste Weihnachtsgeschenk." Ihre Freude über diese frohe Botschaft hat kaum nachgelassen. So lange hatte der Förderverein auf die Genehmigung gewartet. Und so lange hatte es gedauert, bis genügend Spendengelder beisammen waren. Den Mut haben die Unterstützer der Kirche nie verloren. Und jetzt soll alles ganz schnell gehen. In dieser Woche wurde das Gerüst aufgebaut. Jetzt kümmern sich Zimmerleute um den maroden Dachstuhl und den kleinen Turm auf dem quadratischen Kirchenschiff.

Dabei soll so viel alte Bausubstanz wie möglich erhalten bleiben. Das verlangt der Denkmalschutz, das wünscht sich aber auch der Förderverein, damit die Kirche ihren alten Charakter behält. Dachziegel werden abgedeckt, gut erhaltene Biberschwänze werden wiederverwendet. Dachbalken werden nur ausgetauscht, wenn sie wirklich völlig morsch sind.

Wenn die Witterung zügige Bauarbeiten zulässt, soll in sechs bis acht Wochen Richtfest gefeiert werden. Dazu erhalten alle Spender und Sponsoren eine persönliche Einladungskarte, kündigt Isolde Lange an. Willkommen sind aber auch alle anderen Freunde der 1830 erbauten Kirche. Knapp 70 000 Euro wird der neue Dachstuhl kosten, der Förderverein steuert einen Eigenanteil von mehr als 20 000 Euro bei. Schon 2010 hatte der Kirchenverein fest mit der Zusage der Förderung gerechnet.

Wenn die Kirche neu gedeckt ist, kann im Innern weitergearbeitet werden. Doch für die Sanierung der Decke fehlt das Geld. Unter dem Kirchturm befindet sich seit den 1970er Jahren ein großes Loch. Bei der damaligen Entweihung des Kirchleins wurde die Glocke aus dem Turm einfach durch das Kirchendach "entsorgt". Die Decke wird seither notdürftig abgestützt. Ihre alte Glocke sie befand sich auf dem Campus der Stephanus-Stiftung in Heilbrunn bei Wusterhausen haben die Darsikower bekanntlich gegen eine Tauschglocke zurück erhalten.

Die Restaurierung der Kanzel übernimmt ein pensionierter Tischlermeister. Die Holzkonstruktion, die derzeit auf dem Boden in der Mitte des Kirchenschiffs steht, wurde erst kürzlich von den Denkmalschützern freigegeben.

Auch die acht alten Kirchenfenster sind auf dem Weg der Besserung. Sie wurden ausgebaut und werden von einem Berliner Sponsor erneuert, sagt Isolde Lange. Wenn alles klappt, könnten sie bis zum Jahresende zurück in der Kirche sein. Bis dahin machen sich die Dorfbewohner daran, das Kirchengestühl zu erneuern. Die vom Einsturz bedrohte Decke soll zudem neu abgestützt werden. "Vielleicht findet sich ja auch für die Erneuerung der Decke ein Sponsor", hofft Isolde Lange. Bevor das Loch gestopft wird, muss aber die Glocke durchs Dach hindurch zurück in den kleinen Turm. Und dann suchen die Darsikower noch den alten Kronleuchter, den sie von historischen Bildern aus dem Innenraum kennen.

Vielleicht sind die wichtigsten Arbeiten bis zum Jahresende geschafft. Dann könnte in der kleinen Kirche der Heilige Abend begangen werden. Das wäre dann sicher wieder das schönste Weihnachtsgeschenk für die Darsikower. (Von Klaus D. Grote)

Märkische Allgemeine vom 13. Januar 2012

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