Eichenholz für den Kirchturm

Stechow (MZV) Als im Jahre 1539 Markgraf Joachim II. zum Protestantismus übertrat, setzte sich die Reformation in der Mark Brandenburg durch. Schon für das Jahr 1545 ist ein evangelischer Pfarrer in Stechow belegt. Die Dorfkirche war 1469 erbaut worden.

 
Abendstimmung vor der Stechower Dorfkirche.
© Fischer

Mit ihrem Schiff, das einen dreiseitigen Ostschluss hat und im Westen durch einen mächtigen quadratischen Fachwerkturm mit Schweifhaube geprägt wird, gehört das Gotteshaus schon mehr als 600 Jahre zum Dorfbild. Für die Stechower ist die Kirche auch heute eine Stätte des Glaubens, des Innehaltens und in zunehmenden Maße auch der Kultur. Auch im Dunkeln rücken die Stechower den Kirchenbau ins rechte Licht des Dorfbildes. Dafür wird die Kirche angestrahlt. Seit einigen Wochen allerdings trifft das Scheinwerferlicht auf ein großes Baugerüst, mit dem die Kirche umstellt ist.

Am Tage sind Bauarbeiter am Werk und haben begonnen, das Gebäude zu sanieren. Weil man sich nicht alles auf einmal leisten kann, wird erst einmal das Wichtigste erledigt.

Im ersten Bauabschnitt wird der Kirchturm erneuert. Die Reformationsgemeinde Westhavelland und der Förderverein Dorfkirche Stechow als Bauherren haben dafür mit Hilfe von Förder- und Stiftungsgeldern etwas mehr als 90.000 Euro aufgebracht.

Nachdem die Baugenehmigung erteilt und das Gerüst aufgestellt war, wurde mit vorbereitenden Sanierungsarbeiten wie der Dekontaminierung der Kirchturmebenen begonnen. Die Turmschultern wurden abgedeckt. Der alte Putz und die Gefache der Westwand und Teile der Süd- und Nordwand wurden entfernt. Dann wurde Maß genommen an der Westfront für neue Konstruktionshölzer. Eine Menge Gehölz, vor allem kräftiges Eichenholz musste besorgt werden. Das dauerte einige Wochen. Ende Oktober konnte man aber mit dem Abbund der Westwand beginnen.

Nun werden die Westwand neu errichtet und weitere Holzarbeiten ausgeführt. Das Ausmauern und das Putzen der Gefache ist jedoch in diesem Jahr nicht mehr möglich. Dafür ist es schon zu kalt. Zur fachgerechten Ausführung wird diffusionsoffener Kalkmörtel verwendet, der mehrere Wochen eine Temperatur von mindestens 5 Grad Celsius benötigt, um vollständig abzubinden. So wird man diese Arbeiten erst im kommenden Mai erledigen. Bis September 2012 soll der komplette erste Bauabschnitt zur Turmsanierung abgeschlossen sein.

Märkische Oderzeitung vom 27. Dezember 2011

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