Immer wieder Schwamm

DENKMAL: Pessiner Kirche muss im Innenraum erneut saniert werden

PESSIN - Es hört nicht auf. Wieder einmal wurde in der Pessiner Dorfkirche der gemeine Hausschwamm entdeckt, diesmal an der Treppe zur Südempore. Der Aufgang ist förmlich zusammengestürzt. "Sowohl das Holz als auch das Mauerwerk sind davon betroffen", sagt Andreas Flender, der Vorsitzende des Fördervereins Dorfkirche Pessin. Er vermutet, dass es sich dabei um die Nachwirkungen eines Wasserschadens im Jahre 2009 handelt. "Das Holz wurde nicht genügend belüftet, es blieb feucht. Somit konnte sich der Schwamm unbemerkt unter der Treppe entwickeln", sagt er. Mittlerweile sind die befallenen Teile ausgebaut.

Ein wenig betroffen ist auch die Winterkirche. In dem beheizbaren Raum finden nicht nur im Winter die Gottesdienste statt, sondern auch die Christenlehre. Zudem treffen sich dort regelmäßig die Senioren und tagen die Pessiner Gemeindevertreter. Damit die Veranstaltungen nicht ausfallen müssen, haben die Pessiner die betroffene Wand teilweise entfernt und mit Platten zum Kirchenraum hin provisorisch wieder abgedichtet.

Rund 12 000 Euro wird die erneute Schwammsanierung kosten, schätzt Andreas Flender. Doch bevor es losgehen kann, muss sich der Förderverein noch mit den Denkmalpflegern abstimmen. Dazu wird es demnächst einen Termin geben. Selbst bei einer schnellen denkmalrechtlichen Genehmigung rechnet Flender allerdings nicht mehr mit einem Baubeginn in diesem Jahr. Zumal es am 18. Dezember noch ein Konzert in der Kirche gibt und am 24. Dezember das Weihnachtsspiel. Vermutlich im Januar werden die Handwerker beginnen können, meint der Vereinschef.

Nun hofft der Förderverein auf Spenden für die unerwartete Baustelle. Damit man aber in Zukunft nicht immer wieder mit solche Hiobsbotschaften konfrontiert wird, wurde unlängst ein Holzgutachten in Auftrag gegeben. Dabei wird der Zustand aller Bauteile unter die Lupe genommen und auch ein möglicher Schwammbefall geprüft.

Eigentlich hatte der Förderverein derzeit ganz andere Dinge vor. Sollten doch endlich eine Toilette und eine kleine Küche ins Gotteshaus eingebaut werden. Und auch die Sanierung der Fassade steht noch an.

Der Verein hofft dafür auf Fördermittel vom Land, damit es auch dort 2012 losgehen kann. Die Wunschliste ist aber noch länger, wie Flender mitteilt. Muss doch irgendwann auch geprüft werden, warum der Fußboden an bestimmten Stellen abgesackt ist, ebenso bedarf die Decke einer Generalüberholung.

Nachdem sich 2010 aus einer Projektgruppe heraus der Förderverein gegründet hatte, wurde die Sanierung des 500 Jahre alten Gotteshauses gemeinsam mit der Kirchengemeinde weiter vorangetrieben. So sammelte man unter anderem mittels Kulturveranstaltungen Geld. Damit konnte letztlich auch die Schwammsanierung an der Nordseite der Kirche finanziell bestritten werden. Erstmals stand dieser nun sanierte Teil des Kirchenschiffes vor ein paar Wochen bei einer Theateraufführung wieder zur Verfügung. (Von Andreas Kaatz)

Märkische Allgemeine vom 14. Dezember 2011

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