Die Sterne sind zurück

DENKMALSCHUTZ: Stüdenitz feiert morgen beim Weihnachtskonzert Etappenerfolg der Kirchensanierung

STÜDENITZ - Sie sind wie für die Adventszeit gemacht, die 1349 goldenen Sterne, die nun wieder die Decke im Altarraum der Stüdenitzer Kirche schmücken. Doch im Advent vor einem Jahr war von ihnen noch nichts zu sehen.

Um 1960 war die damals wohl schon recht verblasste Ausmalung der 1856 fertiggestellten Kirche ziemlich rigoros übertüncht worden. Schlichtheit stand zu der Zeit deutlich höher im Kurs als der Denkmalschutz. "Das Erschreckende war das Rosa", sagt Pfarrer Henning Utpatel heute mit Blick in den Altarraum. "Jetzt kann man sich das schon kaum noch vorstellen."

Denn die Kirchengemeinde hatte eine Idee, wie sich die Wiederherstellung der historischen Ausmalung finanzieren ließe: Mit einer Spende von jeweils 10 Euro sollten die Stüdenitzer und möglichst viele andere Menschen zur Wiederkehr ihres ganz persönlichen Sterns beitragen. 715 Sterne haben so seit dem Advent 2010 schon ihren Spender gefunden. "Und das geht noch weiter", ist Pfarrer Utpatel überzeugt. Mit Hilfe von 10 000 Euro, die die Gemeinde Stüdenitz-Schönermark bereitstellte, konnte Restauratorin Marlies Genßler aber trotzdem schon mit der Sanierung des Altarraums beginnen. Vorsichtig entfernte sie die alten Farbschichten, um möglichst viel der ursprünglichen Gestaltung zu retten. Vieles bleibt aber auf Dauer verloren.

Und ganz beendet ist die Arbeit auch noch nicht. "Wir haben erst mal unsere Finanzierungsgrenzen erreicht", sagt Pfarrer Utpatel. Immerhin: Neben der nun blauen Decke mit ihren goldenen Sternen und den wieder farbigen Gewölberippen erhielten auch die Fensterlaibungen ihre Blattornamente zurück. Der Bibelspruch, die Evangelistensymbole, die Sockelbemalung und das zentrale Altarbild harren aber noch ihrer Wiederherstellung.

Wann es weitergeht, kann Pfarrer Utpatel derzeit noch nicht genau sagen: "In den nächsten zwei Jahren wird der gesamte Turm saniert. Das hat erst mal Vorrang."

So oder so sind die Sterne über dem Altar schon mal ein sichtbares Zeichen dafür, dass es vorangeht. Und das wollen die Stüdenitzer morgen ab 16.30 Uhr beim Weihnachtskonzert des Volkschores und der "Jäglitz-Hörner" feiern. Für Essen und Trinken ist dabei ebenso gesorgt wie für einen kleinen Weihnachtsbasar. Ein großes Plakat wird ganz genau zeigen, wer für welchen Stern gespendet hat.

Und noch eine Neuerung wird zu bewundern sein: Nach alten Fotos hat Erwin Przyrodek aus Stüdenitz sich an die Rekonstruktion der beiden alten Kronleuchter der Kirche gemacht. "Im August hat er uns vor vollendete Tatsachen gestellt und den ersten Leuchter gezeigt", erzählt Utpatel. Der Gemeindekirchenrat sei zwar überrascht, aber auch durchaus angetan gewesen. Der erste Leuchter hängt inzwischen in der Kirche. Der zweite ist in Arbeit. (Von Alexander Beckmann)

Märkische Allgemeine vom 10. Dezember 2011

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