Im nächsten Jahr gehtís richtig los

DORFLEBEN: Krangener wollen Kirche sanieren

KRANGEN - Ein bisschen kühl ist es, das gibt Pfarrerin Ilona Kretzschmer gerne zu. Die Propanbrenner laufen auf Hochtouren, trotzdem dauert es, bis die Kirche von Krangen warm wird. "Oben ist es schon warm, hier unten bestimmt auch bald", versichert sie den knapp 50 Besuchern beim Adventsnachmittag am Sonnabend aufmunternd. Die Gäste lassen sicherheitshalber noch ihre Winterjacken an, während der Kirchenchor aus Alt Ruppin seine Lieder singt.

Aus Krangen, Molchow, Zermützel und sogar aus Alt Ruppin waren Besucher am Sonnabend in die kleine Kirche gekommen. Jedes Jahr lädt die Kirchengemeinde alle Mitglieder zum gemeinsamen Kaffeetrinken und Schwatz ein. "Wir machen das immer am selben Tag, am Sonnabend vor dem zweiten Advent", sagt Anke Sabo, die Vorsitzende des Gemeindekirchenrates. Die Frauen aus der Gemeinde backen dazu jede Menge Kuchen, es gibt Kaffee und Glühwein.

Der Adventsnachmittag ist eine gute Gelegenheit, entspannt zusammenzusitzen. Und eine gute Gelegenheit, für die weitere Sanierung der Krangener Kirche zu werben.

Das Gebäude gehört der Kirchengemeinde, doch eigentlich ist es für sie allein viel zu groß. "Wir versuchen, hier eine Mischnutzung hinzubekommen", sagt Manfred Damerow. Als stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins wirbt er bei jeder Gelegenheit für die Pläne, kirchliche und weltliche Veranstaltungen unter einem Dach zu etablieren. Im kommenden Jahr wird die Krangener Kirche 175 Jahre alt. Kirchengemeinde, Ortsbeirat und Förderverein wollen gemeinsam versuchen, die Sanierung voranzutreiben. Eine richtige, fest installierte Heizung steht ganz oben auf dem Plan. Außerdem soll der Raum hinter dem Altar als Treffpunkt für Kirchengruppen, Vereine oder den Ortsbeirat ausgebaut werden. Und die provisorisch reparierte Holzdecke soll ihren historischen Sternenhimmel zurückbekommen. Rund 100 000 Euro werden gebraucht, sagt Anke Sabo: "Im Moment sind wir dabei, einen Fördermittelantrag vorzubereiten." Die Krangener hoffen auf Fördermittel aus dem Leader-Programm der EU und auch auf die Unterstützung der Landeskirche.

Manfred Damerow ist ganz zuversichtlich, dass die Bauarbeiten tatsächlich 2012 vorangehen können. "Ein bisschen Geld ist ja vorhanden", sagt er. Und der Verein hat auch Ideen, wie noch mehr Spenden in die Kasse kommen könnten. "Wir wollen die Sterne verkaufen", sagt Damerow. Jeder der rund 200 Sterne, die wieder an die Kirchendecke gemalt werden sollen, könnte seinen eigenen Spender bekommen.

Rund 35 000 Euro an Eigenmitteln werden für die geplanten Sanierungsarbeiten gebraucht. "Das ist íne ganze Menge", räumt Anke Sabo ein. "Aber ich bin optimistisch, dass wir das schaffen." Heiligabend 2012 sollen erste Erfolge zu sehen sein. (Von Reyk Grunow)

Märkische Allgemeine vom 05. Dezember 2011

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