Mit kleinen Schritten zum Ziel

DORFLEBEN: Förderverein in Brüsenhagen treibt Kirchturmsanierung voran

BRÜSENHAGEN - Der Förderverein "Kirche in Brüsenhagen" nähert sich seinen Zielen. Zunächst hat man die Fortsetzung der Sanierung des Kirchturmes anvisiert. Visionäres Fernziel ist der Wiederaufbau des in den 1970er Jahren eingestürzten und abgerissenen Kirchenschiffes. Der Vorstand des 15 Mitglieder zählenden Vereins rührt deshalb fleißig die Werbetrommel für seine Vorhaben.

Einige Einsätze zur Vorbereitung der Turmsanierung gab es schon. Dazu gehörte auch die Beseitigung von Vogelkot. Die Gefiederten waren durch die offenen Schallluken rein- und rausgeflogen. Auch Schleiereulen hatten im Turm schon ihr Zuhause. Die Eulen sollen wiederkommen, die anderen Turmbeschmutzer nicht. Deswegen bekamen die Schallluken jetzt einen Drahtschutz und der Eulenkasten von Familie Obst wurde eingebaut.

Erledigt haben das der Vereinsvorsitzende Rouven Obst und der Kirchenälteste Bodo Hörster. Es war auch der Tag, an dem der Kolreper Ortsvorsteher Jörg Boldt von einer Hebebühne aus die Turmspitze notdürftig reparieren und mit einer Blechkonstruktion dichtmachen wollte. Aber der Bühnenarm mit dem Arbeitskorb erwies sich als rund zwei Meter zu kurz, um an die gewünschte Stelle in 22 Metern Höhe zu kommen. Noch teurere Technik will sich der Verein erst leisten, wenn ab dem nächsten Frühjahr der Turm eingerüstet wird, damit Biberschwänze auf dem Dach verlegt werden können.

Für die komplette Sanierung sind Fördermittel zu beantragen mit Hilfe eines Architekten und Kostenvoranschläge von Zimmerern einzuholen. In jedem Fall wird für alles eine fünfstellige Summe benötigt. "Unser zwei Jahre alter Verein hat es seit der Gründung auf rund 5500 Euro Eigenmittel gebracht", freut sich Schatzmeister Henry Wienke. Neben Spenden wurde Geld bei den verschiedensten Veranstaltungen gesammelt.

Zu den Einnahmen zählte auch das, was bei zwei Versteigerungen zusammengekommen war. Die Brüsenhagener Künstlerin Bärbel Kaiser hatte extra dafür Bilder zur Verfügung gestellt. Bei der jüngsten amerikanischen Versteigerung war Wolf Felkel der Glückliche, der zwei Gemälde mit nach Hause nehmen konnte. Die Summe von 250 Euro wird aufs Vereinskonto überwiesen. Die bisher größte Einnahme für den Förderverein war die Auszahlung von 2500 Euro vom Förderkreis "Alte Kirchen Berlin-Brandenburg". (Von Hajo Nitschke)

Kirche im Fernsehen

Mitte Oktober wurde im RBB-Magazin "Theodor" ein Beitrag über die Sanierung von Kirchen in der Prignitz ausgestrahlt. Es ging um die Gotteshäuser von Brüsenhagen, Bölzke und Alt Krüssow.
In Brüsenhagen wurde das RBB-Team vom Vereinsvorsitzenden Rouven Obst, seiner Gattin Julia, sie gehört auch zum Vorstand, sowie dem Kirchenältesten Bodo Hörster empfangen. Der Kirchturm wurde gefilmt und Obst berichtete, dass man sich fünf Jahre gegeben habe, ein erstes Ziel zu erreichen und den Kirchturm zu sanieren.
Von der ursprünglichen Brüsenhagener Kirche ist nur der Turm übrig geblieben, in dem ein Gemeinderaum für Gottesdienste und andere kirchengemeindliche Veranstaltungen zur Verfügung steht.
Brüsenhagener haben vor mehr als fünf Jahren das Turmfachwerk saniert.
Dem Verein und seinen Helfern bleiben jetzt Arbeiten am Dach und die Erneuerung der äußeren Bretter im oberen Teil des Kirchturms. Hani

Märkische Allgemeine vom 29. Oktober 2011

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