Gebeine wieder in Prötzeler Gruft

Prötzel (MOZ) Stück für Stück kommt die Sanierung der Schlosskirche Prötzel (Dorfkirche des Monats August 2009) zum Abschluss. Nun sind auch die lange Zeit zwischengelagerten Gebeine der Ahnen derer von Eckardstein wieder in der Gruft zu finden. Bestatter Dietmar Schulz aus Hönow war am Dienstag mit seinen beiden Mitarbeitern nach Prötzel gekommen, um die sterblichen Überreste in die restaurierten Särge umzubetten.

 
Schwere Arbeit: Die Bestatter Bernd Grönke, Andreas Schulz und Dietmar Schulz (v.l.) räumen die drei Särge in die Gruft unter der Schlosskirche Prötzel.
© MOZ/Nadja Voigt

Restaurator Wieland Geipel hatte ein Konzept erstellt, das die ausführende Firma MOL aus Güstrow umsetzte. "Das Holz war mürbe, die Särge verzogen, die Füße fehlten, der Rost nagte am Metall", beschreibt Geipel den erbärmlichen Zustand, in dem sich die Särge vor der Restaurierung befanden. Erschreckend sei der Anblick in der Gruft gewesen, alles sei zerstört gewesen, berichtet auch Dietmar Schulz. "Die Reinigung, Festigung und Holzergänzung stand im Vordergrund der Sanierung", erklärt Wieland Geipel. "Wichtig war, dass die Särge wieder transportiert werden konnten." In den Särgen befinden sich die sterblichen Überreste dreier Toter, die allerdings keine spezielle Behandlung zur Konservierung erfahren haben, wie der Bestatter berichtet.

Zu dritt trugen die Männer des Bestattungshauses die schweren Eichensärge die Stufen hinab in die Familiengruft. Drei der ehemals acht Särge – sieben Erwachsene und ein Kind – stehen nun wieder in der in reinem Weiß erstrahlenden Gruft.

Was mit den anderen Überresten, die noch immer in halb kaputten Holzsärgen, in Zink­särgen oder gar in Eimern – zusammen mit dem, was man sonst noch in der damals zerstörten Gruft gefunden hat – im alten Feuerwehrdepot liegen, passiert, weiß niemand. "Es muss jedoch dringend geklärt werden, ob sie zum Beispiel alle zusammen in einem Grab bestattet werden sollen oder wie damit weiter zu verfahren ist", gibt Restaurator Wieland Geipel zu Bedenken.

Dieses Problem, genau wie die nicht gemalerte Apsis im Inneren der Kirche, wird sich bis zum Wochenende jedoch nicht mehr lösen lassen. Dann hält der Generalsuperintendent Martin Herche die Predigt zur sogenannten Wiederindienststellung der Kirche für den kirchlichen und weltlichen Gebrauch. Der Festakt beginnt am Sonntag um 11 Uhr in der restaurierten Schlosskirche.

Märkische Oderzeitung vom 25. Oktober 2011

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