Hubertusmesse zugunsten der Orgel

Biesdorf (MOZ) Die Eisenhüttenstädter Jagdhornbläser haben am Sonnabend in der Biesdorfer Kirche die Hubertusmesse geblasen und anschließend noch ein Konzert gegeben. Dem Anlass gemäß war das Gotteshaus mit Tannen und Jagdtrophäen geschmückt worden. Ursula Meister, Vorsitzende des Vereins "Biesdorf Kirche & Dorf" hatte diesmal auf eine Predigt durch einen Pfarrer verzichtet. Stattdessen las sie selber Psalme vor und sprach ein Gebet.

 
Hubertusmesse: Die Eisenhüttenstädter Jagdhornbläser spielen in der mit Tannenzweigen geschmückten Biesdorfer Kirche
© Hannelore Siebenhaar

"Wir haben erstmals die komplette Hubertusmesse geblasen und uns dafür ganz gut ins Zeug gelegt", freute sich Gerhard Hoppe, Leiter des Eisenhüttenstädter Ensembles. Bisher hatte der Verein die Hubertusmesse als Gottesdienst gestaltet, sodass die Jagdhornbläser immer nur Fragmente spielten. Die Ursprünge dieser Musik gehen auf das 19. Jahrhundert in Frankreich und Belgien zurück und kamen in den 1950er-Jahren nach Deutschland, so Hoppe.

Weil es in Kirche der recht frisch war, reichten Frauen aus dem Ort, darunter Ortsvorsteherin Sylvia Wesolek und Kita-Leiterin Kathrin Müller, warme Getränke und selbstgebackenen Kuchen.

Ursula Meister nutzt Veranstaltungen wie diese, um Geld für die weitere Sanierung der Kirche zu sammeln. Derzeit werde die Orgel restauriert, die völlig vom Holzwurm zerfressen gewesen sei. "Die Prospektpfeifen fehlten gänzlich", so Ursula Meister. Sie habe einen Orgelbauer aus Michendorf bei Potsdam gewinnen können, der die Königin der Instrumente Stück für Stück restauriert. Die Tasten aus Kuhhorn bestellte er bei der einzigen Firma in Deutschland, die sie noch herstellt.

Insgesamt 35 000 Euro investiere der Verein in die Orgel "18 000 Euro haben wir bezahlt, der Rest fehlt noch", erklärte Ursula Meister. Sie sei aber zuversichtlich, das fehlende Geld noch zu sammeln. Der Zusammenhalt in Biesdorf sei derart gut, dass weitere Spenden aus dem Dorf zu erwarten sind. Der Verein "Biesdorf Kirche & Dorf" hat sich 2003 gegründet, mit dem Zweck, das Gotteshaus zu sanieren. "Wir haben 2008 bereits die Wiedereröffnung gefeiert", erzählte die Vorsitzende. Immer wieder sei sie darüber erstaunt, wie viele Biesdorfer sich für die Kirche engagieren, ohne dass sie christlich orientiert sind. Ein Beispiel dafür sei der verklinkerte Boden. Männer aus dem Dorf nahmen Urlaub und verlegten ihn unentgeltlich innerhalb einer Woche.

Weil es keine Kirchenbänke mehr gab, musste der Verein Stühle kaufen. Auch diese finanzierte der Verein durch Spenden. 80 sind es inzwischen. Kommen mehr Gäste, müssen sie mit Klappstühlen vorlieb nehmen.

Märkische Oderzeitung vom 25. Oktober 2011

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