Freundeskreis gegründet

KIRCHE: Gotteshaus hat Reparaturbedarf von 160 000 Euro

MEDEWITZ - Ein Freundeskreis engagiert sich seit einiger Zeit für den Erhalt der Dorfkirche in Medewitz. Die Initiative zur Gründung desselben hat Matthias Wilke ergriffen. Ein halbes Dutzend Mitstreiter konnte der 42-Jährige hauptberuflich Leiter der Theodor-Fliedner-Werkstätten in Bad Belzig bereits akquirieren. Darunter einige Konfessionslose, die freilich um die historische Bedeutung des unter Denkmalschutz stehenden Feld- und Mauerstein-Bauwerks wissen.

Das Gotteshaus ist schließlich das älteste Gebäude in dem Wiesenburger Ortsteil. Es ist im 13. Jahrhundert erbaut worden. Nachdem die Kirche ein Raub der Flammen geworden war, ließ Hans Friedrich Brandt von Lindau es neu errichten. Im Lauf der Zeit hat das Gebäude viele Reparaturen und Ergänzungen erfahren. 1862 etwa ist der Turm neu gedeckt worden. Drinnen sind ebenfalls einige bemerkenswerte Schätze zu finden. Der hohe Altar mit Sanduhr sowie die 2008 restaurierten gotischen Holzfiguren (die MAZ berichtete) sind Blickfänge.

Doch nun kündigt sich erneut Handlungsbedarf an. "Das Fachwerk am Turm musste gesichert werden. Da kam dankenswerterweise die freiwillige Feuerwehr mit ihrer Technik zu Hilfe", berichtet Martin Zinkernagel. Der Pfarrer der Evangelischen Gemeinde Wiesenburg/Mark weiß jedoch zu berichten, dass unter dem Dach das Gebälk unbedingt und ziemlich bald erneuert werden muss. Die im vergangenen Jahr herbeigerufenen Gutachter haben die Kosten auf rund 160 000 Euro geschätzt. Davon könne ein gewisser Teil wahrscheinlich aus Fördermitteln bestritten werden, meint der Geistliche. 30 Prozent jedoch werden selbst aufgebracht werden müssen. "Diese Summe ist aber höchstens zum Teil vorhanden", sagt Martin Zinkernagel. Und er verweist darauf, dass in den Orten der Umgebung fünf weitere Gebäude erhalten werden müssen.

"Die Finanzierungslücke muss demnächst geschlossen werden", erklärt Matthias Wilke. Ihm zur Seite stehen bereits Bernd Pulz, Robert Pulz, Hans-Ulf Bachmann, Helga Müller und Martina Flechsig. Sie wollen demnächst einen Brief verfassen und um Spenden bitten, damit die Kirche in dem 520-Einwohner-Dorf bleiben und womöglich in Zukunft als Wanderkirche für Touristen dienen kann.

Pfarramt Wiesenburg, Schlossstraße, (03 38 49) 5 02 90 (Von Manfred Friedemann)

Märkische Allgemeine vom 11. Oktober 2011

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