Kageler Kirche braucht dringend Kur

Kagel (MOZ) Beim flüchtigen Vorbeifahren fällt gar nicht gleich auf, dass die Kageler Kirche ein ausgesprochenes Sorgenkind ist. Ende der 1990er-Jahre wurde schon mal mit der Sanierung des Gotteshauses begonnen. Nur reichte das Geld nicht für die komplette Kur, nagte der Zahn der Zeit unaufhaltsam weiter an dem Bauwerk. Schnelle Hilfe tut Not.

Wenn die Kirche gerettet werden soll, muss schnell etwas passieren. Darin sind sich Baufachleute, Denkmalpfleger und Pfarrer Steffen Madloch einig. Inzwischen gibt es einen Überblick, was alles gemacht werden muss. "Es geht um eine Grundsicherung", so der Pfarrer.

Obwohl das Gotteshaus in den 1990er-Jahren schon mal ein neues Dach bekommen hat, gibt es dort gleich mehrere Probleme. "So ist es, wenn man mit neuen Methoden ein altes Denkmal repariert", sagt Kurt Paul, der dem gerade gegründeten Förderverein vorsteht. Der Turm und das Schiff seien undicht. Der First müsse umgedeckt werden, weil Regen und Schnee über die Wetterseite eindringen können. "Vielleicht finden wir ja einen Dachdecker mit einem Herz für die Kirche, damit es nicht so teuer wird." Ebenso problematisch ist der Zustand des Sockels. "Aus Denkmalschutzgründen durfte keine Regenrinne ans Dach." Nun müsse eine Lösung gefunden werden, das Wasser abzuleiten. "Das Fundament wir aufgegraben und auf seinen Zustand hin untersucht."

Ganz schlimm steht es um den Turm. Wem die unterschiedlich tickenden Uhren auffallen, der kann seinen Blick gleich weiter über die Schallluken schweifen lassen die sind teilweise zugemauert, mit Spanplatten zugestellt. Andere sind zwar offen, das Vogelschutzgitter ist aber kaputt, die Lamellen mehr als angefressen. "Wir brauchen sechs neue Luken samt Schutzgitter", so Paul. Im Turm sieht es fast schon gruselig aus. Vögel dringen durch die offenen Luken ein, haben haufenweise Kot hinterlassen.

"Die Jugendlichen vom Fußballverein wollen beim Saubermachen helfen", freut sich Kurt Paul über erste Unterstützer. Auch der Heimatverein engagiert sich. Der Vorstand ist gleich in den Förderverein eingetreten, es gibt schon Ideen der Kooperation. "Wenn das Heimathaus offen ist, soll auch die Kirche besichtigt werden können." Auf alle Kageler bezogen stelle sich die Frage, wie viel ihnen die Kirche Wert ist nicht als Glaubensort, sondern als Gebäude, das ins Dorf gehört. Demnächst soll der Fußweg zur Kirche gepflastert, der Zaunsockel wieder hergerichtet werden. "Wenn man sieht, dass was passiert, ziehen hoffentlich viele mit und unterstützen", so der Vereinsvorsitzende.

Märkische Oderzeitung vom 07. Oktober 2011

   Zur Artikelübersicht