Auf der Kirchenbank mit dem Blick ins Freie

SANIERUNG: Heinsdorfer Förderverein eröffnet am Sonntag eine Dauerausstellung im Glockenturm

HEINSDORF - Mit der Eröffnung einer Ausstellung am kommenden Wochenende hat der Förderverein zur Sanierung der Kirche Heinsdorf das letzte seiner drei Versprechen erfüllt: Der Kirchturm ist vor dem Verfall gerettet und vollständig saniert, die Glocken läuten wieder und Besucher können sich künftig anhand von Ausstellungsstücken und Dokumenten über die Geschichte informieren.

Im einstigen Kirchenschiff, von dem nur Mauerreste übrig sind und das jetzt notdürftig überdacht ist, fanden erst kürzlich zwei Gottesdienste statt, eine diamantene Hochzeit wurde gefeiert. Viele Leute waren gekommen, um das zu erleben, wie Fördervereinsvorsitzender Gerhard Schliebener berichtet. Er öffnet die barocke Turmeingangstür instandgesetzt und frisch gestrichen und präsentiert den renovierten Innenraum sowie den instandgesetzten Treppenaufgang. Eine weitere gläserne Stahltür gibt den Blick frei auf den beräumten Teil des Kirchenschiffs. Auf dem geschichtsträchtigen Fußboden, dessen gepflasterter Gang ausgebessert und die mit Feldsteinen belegten Flächen vervollständigt wurden, stehen nun einfache Holzbänke, die die Blicke der Gottesdienst- und Konzertbesucher auf die Bäume am Dorfanger und den Himmel lenken. So soll es auch bleiben. Das ist ein Wunsch und gleichzeitig Teil des Planes für den nächsten Bauabschnitt.

Eine Auflage dafür ist schon in diesem Jahr erfüllt worden. Nach einer Bestandserhebung wurden die verschiedenen Putze restauriert, darunter ein Weihekreuz auf mittelalterlichem Putz, Barockputz sowie neuzeitliche Vielfarbenmalerei, wie Gerhard Schliebener berichtet. Die Kosten dafür übernahm der Landkreis Teltow-Fläming.

Nach wie vor ist der 36 Mitglieder zählende Förderverein auf Spenden und Sponsoren angewiesen. Mittlerweile gebe es zu verschiedenen Geldgebern sehr gute Kontakte, wie der Vereinsvorsitzende berichtet. Mehr darüber wird in der Ausstellung zu erfahren sein, wie auch zur Dorf- und Kirchengeschichte und zum Wirken des Fördervereins. "Unser Ziel ist", so Gerhard Schliebener, "das Wissen der Bürger aufzufrischen, Jüngeren etwas vom Heimatgefühl zu vermitteln und Touristen über die Geschichte eines alten Flämingdorfes zu erzählen."

Im nächsten Jahr wird die Mauersanierung in Angriff genommen. Das rund 80 Quadratmeter große Tonnendach kann erst gebaut werden, wenn das Geld zusammen ist. Nebenher werden kleinere Arbeiten erledigt, zum Beispiel die Beschriftung markanter Punkte in der Kirchenruine.

Am 2. Oktober findet um 9 Uhr in Heinsdorf der Erntedankgottesdienst statt, um 15 Uhr gibt der Raduga-Chor ein Benefizkonzert. Um 16 Uhr wird die Ausstellung eröffnet. (Von Martina Burghardt)

Märkische Allgemeine vom 30. September 2011

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