Kleine Erfolgsgeschichte

KIRCHE: Endspurt bei der Sanierung des Barsikower Gotteshauses / Pilgerunterkunft ist entstanden

BARSIKOW - Was in den vergangenen Jahren an und in der Barsikower Kirche geschehen ist, nennt Ortsvorsteherin Barbara Linke eine kleine Erfolgsgeschichte. Deren letzte Seiten werden gegenwärtig geschrieben. "Heiligabend feiern wir die Christvesper in der Kirche", sagt Pfarrer Stephan Scheidacker zuversichtlich. Barbara Linke nickt. Sie ist auch Vorsitzende des Freundeskreises Dorfkirche Barsikow, dem Förderverein für das Gotteshaus. Und in dieser Funktion treibt sie seit 2006 die Sanierung voran.

Nachdem im Frühjahr 2006 der Kirchturm nach einer umfassenden Sanierung eingeweiht werden konnte, wollte man noch keinen Schlussstrich ziehen. Das Geld hätte aber für den dringend notwendigen Anschluss des Turmes an das Kirchenschiff nicht gereicht. Deshalb hatte Barbara Linke Kontakt zur Preußischen Stiftung für Kulturerbe aufgenommen und sie um Fördermittel gebeten. "Aus alten Unterlagen wusste ich, dass unsere Kirche einst Patronatskirche war", erzählt die Vorsitzende. Dieser aktenkundige Nachweis sei der Stiftung 30 000 Euro Fördergeld für das Dach wert gewesen. Das Problem: Die Balken darunter waren marode. So kam dem Förderverein die Idee, künftig Pilger in der Kirche unterzubringen und für die Schaffung der Voraussetzungen Fördermittel beim Leaderverein des Landkreises OPR zu beantragen. Auch das hat geklappt.

Die Pilgerunterkunft ist fast fertig. In den vergangenen Wochen wurden Toiletten im unteren Turmbereich eingebaut. Eine Küchenecke komplettiert das Ganze. In den beiden Etagen darüber sie wurden extra eingezogen befinden sich Zimmer für Pilger. Noch sind sie nicht nutzbar. Ein paar Arbeiten sind noch notwendig. Aber im Winter würden die Leute sowieso weniger pilgern, tröstet sich Barbara Linke. Deshalb gehen die Pläne von Förderverein und Gemeindekirchenrat mit Klaus-Jürgen Grützmacher an der Spitze dahin, die Unterkunft ab dem kommenden Jahr zu öffnen.

Im derzeit laufenden letzten Bauabschnitt am Gotteshaus ziehen Förderverein und Gemeindekirchenrat erneut an einem Strang. Man trifft sich unter anderem zu Bauberatungen, wie gerade erst in dieser Woche. Da wurde das Werk von Restaurator Thomas Dietenberger aus Berlin begutachtet. Er hat die Deckenmalereien in der Kirche restauriert, nachdem er sie untersucht hatte. Auch sonst übernahm er die restauratorische Beratung.

Das Kreuz mit der Taube und die Rosetten leuchten jetzt wieder in Blau. Mitten im Kreuz befand sich einst eine Verschraubung, so dass vom eigentlichen Motiv nicht mehr viel übrig war. Dietenberger hat es komplett wieder hergestellt. Seiner Meinung nach stammen die Motive aus der Zeit um 1900. Die wichtigsten Details hat er restauriert. Es gab wohl einige Farbtupfer mehr an der Decke. Auf die könne man aber verzichten, so die Auskunft des Fachmanns.

Aber nicht nur die Malerei war stark beschädigt. Auch die Deckenbalkenköpfe wiesen starke Zerstörungen auf und waren verschwammt. Sie wurden ausgewechselt. "Wir haben darauf geachtet, so viel Altes wie möglich zu erhalten", sagt Thomas Gottschalk von der gleichnamigen Baudenkmalpflege GmbH aus Friesack. Sie betreut die Kirchensanierung von Anfang an. Jetzt fehlt nur noch die Sanierung des Kirchenschiffs. Mit Hilfe von Pfarrer Henning Utpatel ist es dem Förderverein gelungen, weitere Fördermittel in Höhe von 30 000 Euro vom Verein "Andere Zeiten" zu bekommen. Komplettiert wurde die Summe unter anderem mit Eigenkapital, über Kredite und Spenden. Besonders erfreulich für Barbara Linke ist, dass nun auch zwei Fenster in Angriff genommen werden konnten, was ursprünglich nicht geplant war. Das wurde möglich durch eine erneute Spende der Preußischen Stiftung für Kulturerbe. Sie gab den Barsikowern noch einmal 10 000 Euro. (Von Sandra Bels)

Märkische Allgemeine vom 29. September 2011

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