Eine Erfolgsgeschichte

KIRCHE: Seit zehn Jahren gibt es den Förderverein Stadtkirche Rhinow

RHINOW - "Tut mir auf die schöne Pforte." Wohl wahr, mit einem passenderen Lied konnte gestern der Festgottesdienst in der Rhinower Stadtkirche nicht eröffnet werden. Über 80 Besucher waren in die Kirche gekommen, um gemeinsam den zehnten Gründungstag des Fördervereins Rhinower Stadtkirche zu begehen. Das Jubiläum wurde natürlich mit anerkennenden Worten gewürdigt. "Aber viel mehr wollen wir das Haus in den Mittelpunkt stellen, dem sich der Förderverein seit seiner Gründung gewidmet hat", sagte Pfarrer Hardy Enseleit zur Eröffnung des Festgottesdienstes, an dem auch Amtsdirektor Jens Aasmann, Bürgermeisterin Sybille Heling und Rhinows Ehrenbürgerin Ruth Fleischmann teilnahmen.

Die Kirche sei ein Haus der Tränen, sagte Pfarrer Enseleit. Tränen der Trauer, aber auch Tränen der Freude, der Erlebnisse und Erinnerungen. Deshalb würden sich auch sehr viele Menschen für den Erhalt des Gotteshauses engagieren.

14 Einwohner aus dem Ländchen Rhinow haben am 25. September 2001 den Förderverein Rhinower Stadtkirche gegründet. Heute hat der Verein 54 Mitglieder. Gründungsmitglied und jahrelanger Vorsitzender war Pfarrer a.D. Helge Kraft. Heute lebt er mit seiner Familie in Berlin. Gestern war er nach Rhinow gekommen, um gemeinsam mit seinem Nachfolger Pfarrer Enseleit den Festgottesdienst zu gestalten. "Pfarrer voran" rief er seinem Nachfolger im Rhinower Pfarramt zu.

Gemeinsam schritten beide zu einer besonderen Prozession, zu der sie alle Teilnehmer des Gottesdienstes mitnahmen. Die Prozession führte aus der Kirche heraus um das Gotteshaus herum und wieder hinein. Viermal wurde dabei angehalten und man erinnerte sich dabei an die vier Bauabschnitte zur Restaurierung der Kirche. Helge Kraft erzählte, wie zunächst das Kirchendach angehoben werden musste, um vom Hausschwamm befallenes Gebälk auswechseln zu können. Das war der erste Bauabschnitt.

Mit dem zweiten Ab-schnitt bekam das Kirchenschiff einen neuen Außenputz. Nicht alles lief glatt. Der neue Putz warf Blasen und musste nachgebessert werden. Zu den emotionalsten Augenblicken gehörte sicher, als im dritten Bauabschnitt die vergoldete Kirchenkuppel und die Wetterfahne wieder auf das Dach gesetzt wurden. Oder als man in der Kirche zusammensaß und lange über die neue Farbgestaltung des Innenraumes diskutierte.

Die Sanierung der Rhinower Stadtkirche ist eine Erfolgsgeschichte. Seit dem Jahr 2004 wurden dafür 520 000 Euro investiert. Der Förderverein allein hat davon fast 100 000 Euro aufgebracht. Zudem wurden Konzerte, Theateraufführungen und andere Veranstaltungen organisiert. Immer haben Förderverein und Kirchengemeinde eng zusammen gearbeitet. So soll es auch weiter sein.

Helge Kraft gab den Rhinowern gestern mit auf den Weg, über einen Namen für die Kirche nachzudenken. Und dann ging es hinaus. Bei herrlichem Sonnenschein wurde vor der Kirche mit einer Kaffeetafel Jubiläum gefeiert. (Von Norbert Stein)

Märkische Allgemeine vom 26. September 2011

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