Letzte Arbeiten vor der Kirchturmweihe

DORFWETTBEWERB: Bewertungskommission des Kreises besichtigt Werbiger Gotteshaus

WERBIG - Da griff der Bürgermeister der Gemeinde Niederer Fläming, Ernst Werner, höchstpersönlich zum Besen. Er schuf Ordnung in der Werbiger Kirche. Das tat er mehr symbolisch. Die Mitglieder des Fördervereins Kirchturm Werbig e.V. hatten bereits die von den letzten Arbeiten stammenden Materialreste sauber entsorgt. Gemeinsam mit ihrer Vereinsvorsitzenden und Ortsbürgermeisterin Angela Schulze war um und in der Kirche aufgeräumt worden.

Besuch hatte sich angesagt. Im Rahmen der Teilnahme am Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" bewertete die Kommission in der Kategorie Erhaltung historischer Bausubstanz und Umnutzung die Werbiger Kirche.

Der 2005 gegründete Verein hatte sich ungemein engagiert. Benefizkonzerte, Kuchenbasare, Versteigerungen, überall wurden Gelder gesammelt. Eine besonders originelle Idee war der "Verkauf" von Holzbalken, die beim Bau verwendet wurden. Die technisch gealterten Kiefernbalken gingen weg wie warme Semmeln. Bis auf einen kleinen Rest wurden alle an den Mann oder die Frau gebracht. Dafür gab es eine Urkunde mit dem in der Bauzeichnung kenntlich gemachten Stück. "Ohne unsere Gemeinde und unseren Bürgermeister Ernst Werner hätten wir das aber nicht geschafft", so Angela Schulze bei der Vorstellung des Objektes. Nur durch die Fleißarbeit aller konnte es soweit kommen, dass Fördermittel bewilligt wurden und dem Turmneubau nichts mehr im Wege stand. Was dabei durch Johannes Schmidt und seine Männer der Oehnaland Holzbau GmbH geleistet wurde, ist enorm. Auch das war ein Grund, warum Johannes Schmidt mit einem der Denkmalschutzpreise 2011 des Landkreises geehrt wurde. Die Chronologie der Arbeiten lässt das erkennen. Beginn war am 2. Februar dieses Jahres. Mit einem Festgottesdienst erfolgte am 20. März die Grundsteinlegung.

Mit der feierlichen Glockeneinholung und dem Einlegen der Kartuschen in die Turmzier nahm am 24. April fast das gesamte Dorf Anteil.

Dann kam am 5. Mai der bisherige Höhepunkt: Einbau des Fachwerkschaftes mit Glockenstuhl in die Kirche und Aufsetzen der Turmspitze aus Achteckschaft, Zwiebel und Turmzier. Das anschließende Richtfest war die "Krönung" der Krönung.

Die feierliche Einweihung des Kirchturmes findet am Sonnabend, dem 17. September, ab 15.30 Uhr statt.

Dazu laden der Förderverein und Pfarrer Wolfgang Scholz herzlich ein. (Von Michael Helm)

Märkische Allgemeine vom 15. September 2011

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