Baudenkmal für gesamte Region

Rathenow (MZV) "Sie schafften nicht nur einen Versammlungsraum für Christen in Rathenow. Sie erhalten auch ein bedeutendes Baudenkmal für die gesamt Region. Es ist bewundernswert, was aus den Spenden und dem Fleiß der Bürger wiederentstanden ist."

 
Auf dem Turm der Sankt-Marien-Andreas-Kirche: Hier genießen Heinz-Walter Knackmuß (re.) und Frank-Walter Steinmeier den Ausblick über Rathenow und das Westhavelland.
© MZV

Das schrieb der Bundestagsabgeordnete und SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier am Dienstag ins Gästebuch des Vereins zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche. Der Politiker gehört seit 2007 dem Förderkreis zum Wiederaufbau der Kirche an. Bereits im vorigen Jahr wollte Steinmeier die Kirche und die Baufortschritte sehen. Weil er aber seiner Ehefrau eine Niere spendete, wurde der Besuch verschoben. Am Dienstag konnte der Förderkreisvorsitzende Heinz-Walter Knackmuß den Besucher mit der Mitgliedsnummer 227 begrüßen.

Somit konnte der SPD-Politiker während der Besichtigung die Premiere des Films von der Baudenkmalpflege Roland Schulze Potsdam über den Wiederaufbau der vier Sterngewölbe im Kirchenschiff miterleben. "Anschließend bestieg er den Turm der Kirche und genoss den herrlichen Blick über das Havelland, denn es war ein sonniger Tag mit guter Fernsicht. Dann trug er trug sich in das Gästebuch ein", berichtet Knackmuß.

Den Vereinsgründer und unermüdlichen Antreiber des Wiederaufbau-Projekts würdigte Steinmeier mit der Auszeichnung "Ehrenamt des Monats". Diese regelmäßige Auszeichnung ist eine Initiative des Politikers, durch die er engagierte Persönlichkeiten in seinem hiesigen Bundestagswahlkreis 61 trifft. Danach spendete Steinmeier 100 Euro für neue Kreuzgewölbe im Chorraum.

Heutezutage ist kaum mehr zu erahnen, wie die elegante Sankt-Marien-Andreas-Kirche noch vor gar nicht allzu langer Zeit aussah: "Rathenow war im zweiten Weltkrieg zu 80 Prozent zerstört worden. Noch in den letzten Kriegstagen wurde die Kirche von Brandgranaten getroffen und brannte völlig aus. Man hatte das Hauptschiff notdürftig repariert und mit einem Dach versehen. 1990 wuchsen noch aus dem Chorraum die Bäume", heißt es auf www.rathenow-fks.org.

Märkische Oderzeitung vom 14. September 2011

   Zur Artikelübersicht