Der Turm wird weithin grüßen

SANIERUNG: Erster Bauabschnitt für künftige Autobahnkirche Zeestow gesichert / Fördergeld vom Land

ZEESTOW - "Ich habe nicht gedacht, dass wir hier irgendwann bauen, aber gehofft habe ich es doch." Die junge Pfarrerin Rajah Scheepers sprach gestern aus, was viele dachten. Seit zweieinhalb Jahren wird über eine künftige Autobahnkirche Zeestow gesprochen. Über einen Ort für Menschen, die auf der Durchreise sind, die Besinnung suchen, Kraft schöpfen wollen. Es wäre die erste Autobahnkirche am Berliner Ring. Nun kann mit der Sanierung des jahrzehntelang ungenutzten Gotteshauses begonnen werden: Das Geld für den ersten Abschnitt die Turmsanierung ist da. Über den Staatskirchenvertrag beteiligt sich das Land Brandenburg mit 64 800 Euro. "Die Zeestower Kirche wird wieder seelsorgerisch genutzt werden", betonte Kulturstaatssekretär Martin Gorholt. Er übergab den Bescheid an Pfarrer Bernhard Schmidt, der den Kirchenkreis Falkensee als Bauherren vertritt und auch Vorsitzender des Fördervereins Autobahnkirche Zeestow ist. Kirchenoberbaurat Matthias Hoffmann-Tauschwitz brachte die feste Zusage mit, dass die Landeskirche ebenfalls 70 000 Euro beisteuern wird. "Nun kommt der Zug ins Rollen", so Pfarrer Schmidt, und: "Wir sind glücklich und dankbar".

Für den ersten Abschnitt, werden rund 200 000 Euro benötigt. Kirchenkreis und Gemeinde bringen den "fehlenden Rest" auf. Der Kirchturm soll seine originale Haube wiedererhalten und dann weithin zu sehen sein. Das ist wichtig für eine Autobahnkirche. Architektin Sybille Stich rechnet mit baldiger Baugenehmigung. Im Oktober werde losgelegt. In den nächsten zwei Jahren kommen Dachstuhl, Putz und Innenraum dran. Ab 2013 soll die Autobahnkirche offen sein. Da die Sanierung insgesamt 900 000 Euro kostet, wurden weitere Gelder beim Land beantragt. Auch der Kreis werde in kleinerem Rahmen unterstützen, versprach Landrat Burkhard Schröder. Brieselangs Bürgermeister Wilhelm Garn schloss sich für die Gemeinde an.

Welche Perspektive, wenn man bedenkt, dass die Kirche schon als Möbellager dienen sollte, fand Rajah Scheepers, die das Konzept für die Autobahnkirche schrieb. Generalsuperintendentin Heilgard Asmus würdigte alle, die sich für das ungewöhnliche Vorhaben einsetzen: "Es gibt viele Pläne von Frauen und Männern für diesen Ort. Möge der Ratschluss des Herren dazukommen", wünschte sie sich. (Von Anke Fiebranz)

Märkische Allgemeine vom 09. September 2011

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