Marienkapelle hat neues Gewölbe

SANIERUNG: Das erste Teilziel der Bauarbeiten an der Sankt-Marien-Andreas-Kirche ist erreicht

RATHENOW - Pfarrer Andreas Buchholz konnte gestern die ersten kalten Herbstwinde mit Gelassenheit durchschreiten. Die diesjährigen Arbeiten für den Wiederaufbau der Sankt- Marien - Andreas - Kirche kommen gut voran, und wenn keine Katastrophen passieren, wird vor Beginn des Winters alles fertig sein. 240 000 Euro sind eingeplant für die Fassadensanierung des Hauptschiffes einschließlich der Fenster und den Einbau eines neuen Gewölbes in die Marienkapelle an der Nordseite der Kirche.

Gestern wurde die erste Etappe beendet, denn das neue Kreuzgewölbe in der Marienkapelle ist fertig aufgemauert. "Die Firma Roland Schulze Baudenkmalpflege hat dort zeitweise vier Maurer im Einsatz gehabt", hat Andreas Buchholz das Tempo gelobt. Die Rippenziegel in der Kapelle seien in ihrer runden Ausführung viel schöner als die der Sterngewölbe im Hauptschiff, die im vergangenen Jahr fertiggestellt wurden, sagt der Pfarrer. Nun wird das Kapellengewölbe noch verputzt und weiß gestrichen. Es ist absehbar, dass dieses Teilprojekt wie geplant im Oktober fertig wird.

Die alten Scheiben der Fenster des Hauptschiffes sind entnommen und teils durch Pappe teils durch provisorische Verglasung ersetzt worden. Die neuen Fensterelemente werden derzeit in der Berliner Glaskunstwerkstatt Schölzel hergestellt. Im Oktober soll deren Einbau beginnen und im November abgeschlossen werden.

Als positiv habe sich herausgestellt, berichtet Pfarrer Buchholz, dass die eisernen Windeisen (die Querstreben) und die Pfeiler in den Fenstern recht gut erhalten sind. Das habe man erst nach Entnahme der Scheiben richtig prüfen können. Hätten auch Windeisen und Pfeiler erneuert werden müssen, hätte das die Kosten hoch getrieben. Doch so ist es nicht gekommen. Nur bei einem der insgesamt zehn Fenster sehen die Windeisen und Pfeiler schlechter aus.

Eine echte Pusselarbeit haben die Mauer der Gottschalk Baudenkmalpflege GmbH aus Friesack an der Fassade zu verrichten. Genau abgestimmt mit dem Denkmalschutz, entnehmen sie derzeit an der Südseite des Hauptschiffes kaputte Steine und ersetzen sie durch neue. Anschließend werden alle Zwischenräume neu verfugt. Als Problempunkt hat sich die Andreaskapelle auf der Südseite herausgestellt. Durch gewisse Kehlen im Bereich der Verbindung mit dem Hauptschiff war stets Wasser in die Kapelle eingedrungen, weshalb deren Inneres immer feucht gewesen ist. Künftig sollen die neuralgischen Bereiche noch durch eine zusätzliche Blechabdeckung geschützt werden.

Die geplante Andacht zur Würdigung der Bauarbeiten, die beim Tätigkeitsbeginn der Glaser stattfinden sollte, wird nun keine Extra-Veranstaltung werden. Im Rahmen des Erntedank-Gottesdienstes am 23. September ab 10 Uhr soll nun auch der Baudank ausgesprochen werden. Gut eine Woche später, am 2. Oktober, wird dann an gleicher Stelle ein Festgottesdienst zum 120-jährigen Bestehen des Posaunenchores der Gemeinde gefeiert. Man erkennt, es wurde Wort gehalten: Gottesdienste und Veranstaltungen werden durch die Bauarbeiten keine Beeinträchtigung erfahren.

Sind die diesjährigen Arbeiten abgeschlossen, können die Kirchengemeinde und der Förderkreis zum Wiederaufbau ein wenig Atem schöpfen. Denn bis der nächste Abschnitt des Wiederaufbaus beginnen kann, sind erst noch einige Geldmittel zu beschaffen was gewisse Zeit dauern kann. Als Nächstes soll der Chorraum wieder neue Gewölbe bekommen. Eine Kostenschätzung geht von einem Finanzaufwand aus, der bei rund 500 000 Euro liegt. "Hier ist ein Termin für den Baubeginn aber überhaupt noch nicht absehbar", räumt Pfarrer Buchholz ein. Der Geldbedarf dafür sei schon enorm, und er wünscht: "Wir hätten dafür gern Fördermittel in Höhe von 300 000 Euro." (Von Bernd Geske)

Märkische Allgemeine vom 09. September 2011

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