Großes Ziel: Orgelrestauration

VEREIN: Seit fünf Jahren arbeiten Kirche und Dorf in Läsikow in einer Gemeinschaft zusammen

LÄSIKOW - Als sich im Jahr 2006 weniger als 30 Bewohner und Zugereiste im gerade erst fertiggestellten Gemeindehaus von Läsikow zusammenfanden, ahnten sie noch nicht, welche positiven Folgen dieses Treffen für die Zukunft des Ortes haben wird. Es war die Gründungsversammlung des Fördervereins Kirche und Dorf Läsikow. Zum Vorstand gehörten damals sieben Personen. Den Vorsitz übernahm Dieter Schreiber. Er ist es noch heute. Sein Stellvertreter wurde Burghard Mauer. Als Protokollantin und Schatzmeisterin wählte man damals Gudrun Adrian. Burghard Mauer als Theatermann hatte mit seinen Initiativen maßgeblichen Anteil an den Erfolgen und Ergebnissen. Leider verstarb er Anfang 2009 und hinterließ eine große Lücke. Seine Arbeit übernahm daraufhin Bettina Schreiber.Waren es im Gründungsjahr noch 26 Mitglieder, zählt man heute, nach fünf Jahren, mehr als 70 aktive und passive Mitstreiter. Nicht nur Läsikower haben Interesse an der Kirche und dem Dorf, auch Leuten aus Bayern, Berlin, Niedersachsen und aus Schleswig-Holstein liegt das Runddorf am Herzen.

Die Vereinsgründung war und ist die Voraussetzung für die Arbeit zur Erhaltung des einmaligen Runddorfes mit seiner Kirche und den Glocken aus dem 13. und 15. Jahrhundert. Mit Hilfe des Vereins, der Kirchengemeinde und vieler anderer Menschen ist es gelungen, Geldquellen zu finden, die Kirche zu retten und sie für spätere Generationen zu erhalten.

In den vergangenen fünf Jahren haben der Verein und die Bewohner von Läsikow einiges erreicht, geschafft und auf den Weg gebracht. Die Gemeinschaft im Dorf zu beleben, Mitglieder zu werben und Spenden zu sammeln, all das sind Ziele, die man stets verfolgt.

Es gibt aber auch sichtbare Erfolge. So ist es den Mitgliedern beispielsweise gelungen, das Dach der Kirche zu reparieren und mit einer Regenrinne zu versehen. Damit wurde der Schimmel im Inneren beseitigt. Die ausgebesserte Bestuhlung muss nur noch neue Farbe bekommen. Das Läuten der Glocken mit der Hand gehört der Vergangenheit an. Dank einer anonymen Spende konnte in diesem Jahr ein elektrisches Geläut in den Glockenturm eingebaut werden.

Im September nimmt Läsikow zum dritten Mal an der "Drei-Kirchen-Kulturwanderung" teil. Sie wird vom Freundeskreis Dorfkirche Barsikow, Förderverein Vicheler Dorfkirche und vom Läsikower Förderverein veranstaltet. Damit ist es gelungen, eine solche Wanderung über die Kreis- und Kirchengrenzen hinaus zu organisieren.

Auch die Musik spielt stets eine Rolle. Die Kammeroper Rheinsberg war 2011 zum vierten Mal in Folge zu Gast in der Kirche. Nach den Konzerten trifft man sich am Bufett und es gibt die "Läsikower Löffelchen" zu kaufen. Im Ort finden aber auch regelmäßig Arbeitseinsätze mit großer Beteiligung statt. Technik dafür stellt der landwirtschaftliche Betrieb der Familie Behrendt zur Verfügung. Sie spendierte auch die neue Friedenseiche, die 2008 bei einem Sturm umgefallen war.

Der Förderverein besitzt aus dem Nachlass des Kaufmanns und Hobbyfotografen Otto Seibt (1890 bis 1974) aus Läsikow zirka 500 Schwarz-Weiß-Fotos. Diese waren in der Kirche und im Kulturhaus Kyritz zu sehen. Die Fotos geben über einen Zeitraum von 50 Jahren einen Einblick in das Landleben. Man kann davon ausgehen, dass Läsikow ein Alleinstellungsmerkmal auf dem Gebiet der ländlichen Fotografie hat.

Vieles wurde schon erreicht. Einiges ist noch zu tun. Als großer Brocken zählt dazu die Restaurierung der Gesell-Orgel, aber auch Außenarbeiten am Kirchturm stehen noch an. Es gibt weiterhin Pläne, am Gemeindehaus etwas zu verändern. Eine Dorfchronik entsteht und seit fünf Jahren wird jeweils eine Jahreschronik erarbeitet.

Klaus Kraatz ist im Förderverein zuständig für die Pressearbeit und er führt die Chronik. (Von Klaus Kraatz)

Märkische Allgemeine vom 23. August 2011

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