St. Marien die Ehre erweisen

Beeskow (moz) Die Anspannung für die Organisatoren steigt: Am Freitag beginnt die Festwoche für Sankt Marien und nicht nur die Christen sind eingeladen, den Geburtstag des Beeskower Wahrzeichens zu feiern.

 
Ruhe vor dem Sturm in St. Marien: Die Fest-Organisatoren Knut Krüger und Matthias Alward (r.)
© Karl-Heinz Arendsee

Wie so oft hat Knut Krüger die Sache in die Hand genommen die Kirche, ihre Geschichte, ihr Wiederaufbau ist Teil seines Lebens. Vor zwei Jahren initiierte der Kirchenälteste und Vorsitzende des Marienorgel-Vereins die AG 500. Die zwölfköpfige Arbeitsgruppe, die das Fest vorbereitet hat. 36 Sitzungen haben in dieser Zeit stattgefunden, 36 Protokolle hat Krüger (71) geschrieben. Nun ist der Tag bzw. die Woche gekommen, in der das Programm Wirklichkeit wird. Der gesamte musikalische Teil liegt in den Händen von Kantor Matthias Alward. Am Donnerstag ist er in Polen, in Zielona Gora, um mit dem dortigen philharmonischen Orchester zu proben. Am Sonnabend um 11 Uhr (Zuschauen ist erlaubt) findet mit über 100 Akteuren neben den Solisten die Kantoreien aus Beeskow und der Partnergemeinde Anschargemeinde Neumünster die Generalprobe statt. Das Konzert aus der Kombination einer Psalmvertonung des Franzosen César Franck (1822-1890) und der Sinfonie-Kantate "Lobgesang" von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) ist für Matthias Alward auch deshalb eine Herausforderung, weil Laien und Profis zusammengeführt werden müssen.

Weder Knut Krüger noch Matthias Alward ist bange, dass die großen Veranstaltungen während der Festwoche, also der eröffnende Festakt am Sonnabend, der Kreiskirchentag an diesem oder das Festkonzert im Rahmen der brandenburgischen Sommerkonzerte am nächsten Sonntag, schlecht besucht werden könnten. Ein großer Bahnhof ist zumindest zu diesen drei Terminen abzusehen. Aber es gibt auch die zahlreichen kleinen Programmpunkte, wie zum Beispiel die Gregorianische Vesper am 27. August. Die Gäste können ein kirchliches Abendgebet wie im Mittelalter erleben, das eine Gruppe aus Kevelaer gestaltet. Um den Zugang zu erleichtern, wird es auch ein Erklärungsheft geben. Romantik in der Dunkelheit verspricht eine Lichtshow am 26. August, die die ehrwürdige Kirche in ein Spiel von Farben tauchen wird. Parallel dazu erklingt aus dem Lautsprecher ein Hörspiel, das Matthias Alward geschrieben hat und die wechselvolle Geschichte der Kirche mit gruseligen und lustigen Schlaglichtern Revue passieren lässt. Gesang kommt aber nicht nur von der CD. Mit einem Liveauftritt umrahmt der Männerchor verkleidet mit Mönchskutten den Abend.

"Wir wünschen uns, dass in dieser Festwoche ganz bewusst immer mal reingeschaut wird in unsere Kirche, vielleicht einfach nur, um mal inne zu halten, der Orgelmusik ein halbes Stündchen zu lauschen, sich die Fotoausstellung oder den Bau von innen anzuschauen oder den spannenden Vorträgen zuzuhören", lädt der Kantor ein. Einen hält zum Beispiel Knut Krüger am Mittwoch zur feierlichen Stadtverordnetenversammlung erstmals im Kirchenschiff. Die Abgeordneten wollen sich in einem Beschluss zum weiteren Wiederaufbau der Kirche bekennen. Für Knut Krüger und Matthias Alward ist das ein wichtiges Zeichen für die Zukunft. Sie wünschen sich, dass die Kirche, die Stadt und ihre Menschen immer weiter zusammenrücken.

Dazu soll die Festwoche beitragen: Beeskow lässt sein sakrales Wahrzeichen hoch leben.

Märkische Oderzeitung vom 18. August 2011

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