Ein lebendiger Mittelpunkt

MAZ-VEREINSPORTRÄT: Förderverein kämpft seit Jahren erfolgreich für den Erhalt der Bechliner Kirche

BECHLIN - Das Vereinskonto wächst kontinuierlich. "Wenn wir weiter so aktiv bleiben und die Veranstaltungen immer professioneller werden, werben wir auch mehr Geld ein", sagt Klaus Kroschewski, Chef des Fördervereins für die Bechliner Kirche. Und Geld braucht der Verein. Die Kosten für die Sanierung der um 1300 gebauten Feldsteinkirche sind enorm. Ein vom Verein 2007 in Auftrag gegebenes Gutachten geht allein beim ersten von insgesamt fünf Bauabschnitten von Kosten in Höhe von 110 000 Euro aus. Damit ist lediglich die Außensanierung des Turms gedeckt.

"Wir müssen noch viel sammeln", sagt Vorstandsmitglied Axel Schulz. Seit der Vereinsgründung 2005 sind die zurzeit 36 Mitglieder mit vielen Aktionen dabei, das benötigte Geld heranzuschaffen.

2007 haben sie das erste Sternchenfest organisiert. Damals kamen 35 Besucher. Mittlerweile zählen die Veranstalter rund 200 Leute, die das vorweihnachtliche Fest aufsuchen. Es gehe ihnen darum, weihnachtliche Stimmung zu verbreiten und den Leuten die Möglichkeit zu geben, sich in der kalten Jahreszeit zu treffen, so Axel Schulz.

Zudem laden der Verein und die Kirchengemeinde zu Konzerten in die Kirche ein. So kamen zum Auftritt der Sängerin Gabriele Becker-Paul im Mai 65 Zuhörer. Mit einem ausverkauften Haus rechnen die Organisatoren am 10. September. Da sind die Don Kosaken zu Gast in der Bechliner Kirche, die 240 Sitzplätze hat. Sehr begehrt war im vergangenen Jahr der Kalender des Vereins. Von 200 Exemplaren sind bis auf zwei alle verkauft. "Das war ein Kraftaufwand. Wir wissen nicht, ob wir so etwas noch mal machen", sagt Axel Schulz. Immerhin brachte der Verkauf 1200 Euro für die Vereinskasse.

Ganz spontan entstand im vergangenen Jahr die Idee zum Wettbewerb um den schönsten Schneemann. "Das war eine schöne Aktion, an die man sich gern erinnert", sagt Axel Schulz. Sehr beliebt ist das Public Viewing bei großen Fußballspielen. Da sind vom Opa bis zum Enkel alle vertreten, so Vereinschef Kroschewski. Während die Erwachsenen im Zelt die Spiele verfolgen, vergnügen sich die Kinder draußen. Diese Gemeinsamkeit im Ort zu fördern ist neben dem Erhalt der über 700 Jahre alten Kirche ein weiteres Anliegen des Fördervereins. "Ich bin vorrangig deshalb im Verein, weil es mir um den Dorfzusammenhalt geht", sagt Axel Schulz. Da sind solche Veranstaltungen ideal. Er sei kein Kirchenmensch. Das verbindet ihn mit Klaus Kroschewski. Er sei "als Heide" an den Posten des Vorsitzenden gekommen. Die Kirche ist ein historisches Gebäude, das erhalten werden sollte. "Das ist etwas fürs Dorf. da sollte man sich einbringen", sagt der engagierte Bechliner. Das tun er und seine Mitstreiter. So haben sie in mehreren Arbeitseinsätzen den zugewucherten Kirchhof in eine parkähnliche Anlage verwandelt.

Aktuell steht der Anschluss der Kirche an das Wasser- und Abwassernetz an. Auch die Turmsanierung sieht Vereinschef Kroschewski in greifbarer Nähe. "Da fehlt nicht mehr viel Geld." So wurde dem Verein beim Verkauf des ehemaligen Pfarrhauses zugesichert, dass der erzielte Kaufpreis der Kirche zugutekommt. Um das Innere des Turms in absehbarer Zeit nutzen zu können, stellt sich der Verein den Ausbau zunächst eines Gemeinderaumes mit Platz für 40 Personen vor, sowie einen Sanitärbereich und eine Heizung.

Das wäre ein erster Schritt eines langen Weges. (Von Dagmar Simons)

Märkische Allgemeine vom 03. August 2011

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