Für Gotteshaus in Liebenwalde werden 600 000 Euro gebraucht

Liebenwalde (dd) Seit Dienstag hat jeder die Möglichkeit, ein Licht für die kostspielige und derzeit stagnierte Sanierung der Liebenwalder Kirche anzuzünden.

 
Der Leuchter ist der Anfang zum Rest: Bürgermeister Jörn Lehmann, Pfarrerin Barbara Fülle und Metallbauer Matthias Schwarz (von links) unterstützen die Kirche. © Dzienian

Die Kirche hat einen stählernen Leuchter bekommen. Dort sind Gäste, Gemeindemitglieder aber auch Durchreisende dazu eingeladen, eine Kerze anzuzünden, inne zu halten, vielleicht zu beten oder sich an jemanden zu erinnern, erklärt Pfarrerin Barbara Fülle. "Ich hatte lange den Wunsch, einen Leuchter aufzustellen", so die Geistliche, die seit zwei Jahren die evangelische Kirchengemeinde betreut. "Eine Kerze in der Kirche anzuzünden, ist nicht unbedingt streng katholisch", lächelt sie.

Gebaut und gesponsert hat das gute, stählerne Stück die Firma Metallbau Schwarz aus dem Ort.

Der Leuchter könnte auch ein Startsignal dafür sein, die Kirche irgendwann doch noch fertig zu sanieren. 2008 haben Gemeinde und Stadt die Außenhülle fertiggestellt. Allein das hat damals 590 000 Euro gekostet. 220 000 Euro übernahm die Stadt Liebenwalde. Den Rest steuerten der Kirchenkreis, die Gemeinde selbst und die Evangelische Landeskirche bei. "Nach Dach und Fassade waren die zusammengetragenen Gelder als finanzielles Polster der Gemeinde erst einmal aufgebraucht", erklärt Bürgermeister Jörn Lehmann (parteilos). "Wir stehen jetzt vor der großen Herausforderung, wie geht es weiter", so der Bürgermeister. "Eine kleine Kirchengemeinde kann so viel Geld, wie wir bräuchten, nicht allein zusammen bekommen." Mit rund 600 000 Euro rechnet Lehmann damit, dass die nötige neue Elektrik, eine Heizung, Farbanstriche und die Innendecke anständig saniert werden können. "Jeder weiß, dass hohe Denkmalschutz-Auflagen eine Baumaßnahme auch nicht günstiger machen", kommentiert der Bürgermeister. Dazu ist nun ein Förderverein gegründet worden. Noch sind darin nur acht bis neun Mitglieder. Lehmann ist einer davon.

Nach der Hilfe von Metallbauer Matthias Schwarz und seiner Firma hoffen Bürgermeister und Pfarrer, auch weiter Liebenwalder für ihre Kirche und vor allem für die finanzielle Unterstützung begeistern zu können.

Märkische Oderzeitung vom 02. August 2011

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