Die Hermsdorfer Kirche bekommt ihren Turm wieder

HERMSDORF/RUHLAND Nun steht es fest: Die Hermsdorfer Kirche bekommt ab Frühjahr 2012 ihren Glockenturm zurück. Für den Wiederaufbau des vor 24 Jahren abgerissenen Turmes stehen nun Fördermittel aus dem europäischen Fonds der Integrierten ländlichen Entwicklung (ILE) bereit.

 
Pfarrerin Christina Dufft und Reinhard Noack (l.) vor den Balken für den neuen Kirchturm.
Fotos: cw
Im neuen Turmaufsatz sollen schon 2012 wieder die alten Hermsdorfer Glocken läuten.

"Die Freude war riesig, als wir die frohe Nachricht hörten", sagt Pfarrerin Christina Dufft erleichtert. Seit wenigen Tagen liegt der Kirchengemeinde Hermsdorf/Lipsa der Fördermittelbescheid vor. 236 000 Euro aus dem ILE-Programm erhält die Gemeinde für ihr Bauvorhaben am Hermsdorfer Gotteshaus. Geplant sind der Aufbau des Turmes, die dringend notwendige Dachsanierung und die Fassadenerneuerung mit Gesamtkosten in Höhe von 375 000 Euro.

"Auf die Fördermittel haben wir lange gewartet, aber jetzt sind wir froh, dass all unsere Bestrebungen am Ende doch noch von Erfolg gekrönt sind", sagt Reinhard Noack, der Vorsitzende des Hermsdorfer Kirchbauvereins. Seit fast fünf Jahren kämpft der Verein für den Wiederaufbau des Glockenturmes, der sowohl für die Kirche als auch für das Dorf prägenden Charakter hatte.

Nach der Fördermittelzusage soll es jetzt sofort an die Feinplanung für das Bauprojekt gehen. Im Frühjahr 2012 soll Baustart für Turm und Dach sein. "Wenn alles gut geht, könnten im Sommer nächsten Jahres vielleicht sogar schon die Kirchenglocken in der neuen Turmhaube läuten", so die Vision von Reinhard Noack. Die Fassade steht anschließend für 2013 im Plan.

Für das ehrgeizige Bauprojekt müssen Kirchengemeinde und Kirchbauverein freilich nun auch noch den finanziellen Eigenanteil in Höhe von 137 000 Euro aufbringen. Ein fünfstelliges Spendenpolster des Vereins und die Baurücklage der Kirchengemeinde decken zwar bereits einen Teil davon ab. "Aber wir werden weitere Spenden benötigen, um das alles zu schaffen." Pfarrerin Christina Dufft hofft deshalb auf weitere Unterstützung von Bürgern aus der Region. Die nächste Möglichkeit dafür wird schon zum Tag des offenen Denkmals am 11. September sein. Dann findet wieder ein Chorkonzert in dem Gotteshaus statt.

Eine Spende der ganz besonderen Art hat die Kirche erst vor Kurzem erhalten. Ein Sägewerk aus dem sächsischen Königsbrück hat anlässlich seines 100-jährigen Firmenjubiläums seine Gäste gebeten, für das Hermsdorfer Kirchenbauprojekt zu spenden. "Die Vorfahren des Seniorchefs Werner Lindner sind einst in unserer Kirche getauft worden. Deshalb will er unser Vorhaben unterstützen", erklärt Pfarrerin Christina Dufft die ungewöhnlichen Zusammenhänge. Und deshalb liegen jetzt bereits vier sehr dicke Holzbalken auf dem Hermsdorfer Kirchengelände, die künftig den neuen Kirchturm tragen sollen. Diese vier Balken haben das Sägewerk und Werner Lindner gestiftet, die Kosten für weitere vier Balken acht werden insgesamt benötigt können aus jenen Spenden finanziert werden, die zum Firmenjubiläum in Königsbrück gesammelt wurden. "Das ist ein wunderbarer Glücksfall für uns", freut sich die Pfarrerin.

Von Catrin Würz

Lausitzer Rundschau vom 26. Juli 2011

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