Nächstes Mal mit Flöte

BENEFIZ: Döllener Förderkreis sammelt weiterhin Spenden für das Gotteshaus auf dem Berg

DÖLLEN - Mit Konzerten, der Suche nach Sponsoren und anderen Veranstaltungen versucht der Förderkreis der Kirche auf dem Berge zu Döllen unter anderem Geld für die Sanierung des Gotteshauses zu sammeln. Seit Januar 2009 gibt es den Verein. Mittlerweile hat er 30 Mitglieder. Und die trugen bereits 12 000 Euro Spendengelder und Beiträge zusammen. Großes Ziel des Förderkreises ist die Notsanierung der Kirche. So nennen Fachleute das, was geschehen soll. Es handelt sich um Arbeiten am Dach und um die Renovierung der Fassade des Gotteshauses. Beides wird gut 170 000 Euro kosten. Damit rechnet Jürgen von Freymann, der dem Förderkreis vorsteht. Der Döllener schätzt, dass die Arbeiten frühestens 2015 in Angriff genommen werden könnten. Der Kirchenkreis Havelberg-Pritzwalk, zu dem Döllen gehört, wolle die Kirche für 2015 in die Prioritätenliste aufnehmen. Von Freymann erklärt: "In das Förderprogramm wird jedes Jahr eine Kirche innerhalb des Staatskirchenvertrages aufgenommen. Und es gibt welche, die noch vor uns dran sind."

So haben die Döllener und die Freunde des Gotteshauses noch etwas Zeit, weitere Spenden zusammenzutragen. Mehr als 300 Euro kamen beim jüngsten Benefizkonzert im Ort zusammen. Über 50 Freunde von Opern- und Operettenmusik waren gekommen, als das mobile Konzertensemble der Kammeroper Schloss Rheinsberg auftrat. Von Freymann, der auch Vorsitzender des Gemeindekirchenrates ist, hatte für die Musik die dachlose Scheune auf seinem Grundstück zur Verfügung gestellt. Wegen des Wetters wurde das Gastspiel mit Julie Szelinsky, Franziska Ringe, Engjellushe Duka (Gesang) und Yi-Yen Chen (Piano) in die Kirche verlegt. "Wir sind dankbar, in der Kirche singen zu dürfen, die für uns sogar noch geheizt wurde. Die Stimme ist ein empfindliches Instrument. Bei 15 Grad mit Wind und Regen zu singen, tut ihr nicht gut", sagte Professor Siegfried Matthus, künstlerischer Leiter der Kammeroper Schloss Rheinsberg. Außerdem habe die Kirche eine hervorragende Akustik.

Für Jürgen von Freymann war das Konzert ein prima Auftakt für das diesjährige Dorffest im Ort. Beide Veranstaltungen hatten jedoch nichts miteinander zu tun. Seit zwölf Monaten hatten sich die Mitglieder des Förderkreises auf das Konzert gefreut. Schließlich sei es ein musikalisches Highlight in der Prignitz und fester Bestandteil im Programm des "Prignitz-Sommers", so von Freymann. Dass nebenbei gleich noch Spenden für den Erhalt der Dorfkirche zusammenkamen, freute ihn umso mehr.

Der Förderkreis will auch künftig mit musikalischen Höhepunkten Geld sammeln, damit der Eigenanteil für die Notsanierung der Kirche aufgebracht werden kann. Das nächste Konzert findet deshalb am 17. September in Döllen statt. Zu hören ist dann Flötenmusik. (Von Sandra Bels und Hajo Nitschke)

Märkische Allgemeine vom 19. Juli 2011

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