Spektakel unterm Glockenturm

Carzig (moz) Mit sportlichen und witzigen Einlagen wurden die Gäste des Festes an der Carziger Kirche unterhalten. Zu Kaffee und Kuchen konnten Profi-Turner und verspielte Weißclowns bestaunt werden. Etwa 70 Carziger und Gäste ließen sich das Spektakel unterm Glockenturm nicht entgehen.

 
Vor der Kirche: Die Mehrkampf-Meisterin Ursula Willwohl von TuS Klingetal Frankfurt schwingt unter der musikalischen Begleitung von Teresa Bialas das Gymnastikband.
© Simone Winkler

Ungewöhnlich sportlich ging es an diesem Sonntag zum Gottesdienst an der Kirche zu: Turnen und staunen hieß dort das Motto des Nachmittags, zu dem der Förderverein Initiative Dorfkirche Carzig eingeladen hatte. Nach der Predigt von Pfarrer Martin Müller aus Mallnow wurde den Gästen Kaffee und Kuchen gereicht. Dazu gabís Einlagen des Turn- und Sportvereins Klingetal aus Frankfurt (Oder).

Hohen Show-Wert attestierten Gäste und Veranstalter dem Bodenprogramm der acht Turnerinnen und Turner, die unter anderem mit ihren Gymnastikbändern eine Viertelstunde lang wild durch die Lüfte kreiselten. Das Besondere bei der Truppe: Der Altersdurchschnitt der Aktiven liegt bei etwa 45 Jahren. Unter ihnen war mit Ursula Willwohl auch eine mehrfache Deutsche Meisterin im Mehrkampf. "Das zeigt doch, dass man auch im etwas höheren Alter solchen Sport noch mit Spaß und erfolgreich betreiben kann", so Karl-Heinz Labes vom Kirchenverein. Musikalisch begleitet wurden die Sportler von Teresa Bialas auf ihrem Saxophon.

Wem von den Festgästen schon beim Anblick der schweißtreibenden Akrobatik warm wurde, dem halfen die beiden Weißclowns Christina Hohmuth und Julia Riedel weiter. Mal fächelten die beiden ausgebildeten Schauspielerinnen des Frankfurter Theaters im Schuppen ihnen Luft zu, mal servierten sie kalte Getränke an die Tische. Die Clowns blieben während ihrer Späße stilecht schweigsam Ė die etwa 70 Gäste allerdings, unter ihnen auch Besucher aus Frankfurt, ließen sich das Lachen und Applaudieren nicht nehmen. Das Dorffest endete mit einem gemütlichen Beisammensein bei Kaffee und Kuchen.

Die kulinarische Vorbereitung des jährlichen Dorfhöhepunktes lag wie sooft in den Händen vieler fleißiger Helfer aus dem Ort. "Den Kuchen haben unsere Frauen aus Carzig gebacken", erläuterte Karl-Heinz Labes. Der Erlös soll wie in jedem Jahr dem Erhalt der Kirche zugute kommen. Der 2004 gegründete Förderverein umrahmt immer wieder Gottesdienste mit kulturellen Einlagen. Die über 20 Mitglieder haben sich zum Ziel gesetzt, irgendwann die im Zweiten Weltkrieg gesprengte Kirche wieder aufzubauen.

Märkische Oderzeitung vom 12. Juli 2011

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