Unter einem Dach

ENGAGEMENT: Hoppenrader Verein will Kirche als lebendigen Dorfmittelpunkt erhalten

 
Einsatz für die Dorfkirche: Andreas Krücken (l.) und Christoph Wewel sind Mitgründer des Hoppenrader Fördervereins.
Foto: Anke Fiebranz

HOPPENRADE - Wenn man fragt, was so besonders an der Hoppenrader Kirche ist, muss Christoph Wewel nicht lange überlegen. "Allein ihre asymmetrische Form. Unsere Kirche wirkt filigran und ist kleinteilig verziert", schwärmt der groß gewachsene 47-Jährige. Dann wird sein Gesicht ernst: "Aber das Dach ist undicht, es tropft durch. Der Putz rieselt. Die Kirche hat eine Sanierung böse nötig", sagt der Mann, der seit 2000 in Hoppenrade lebt.

Noch werden Gottesdienste im roten Backsteinbau abgehalten, werden die Glocken geläutet. "Aber wir wollen nicht abwarten, bis sich die Kirchentüren endgültig schließen, weil das Haus zu baufällig ist", sagt Wewel. Im Frühjahr hat sich daher ein Kirchbau- und Förderverein in Hoppenrade gegründet. Christoph Wewel ist sein Sprecher; Andreas Krücken (46) der Vorsitzende. "Wir sind 33 Mitglieder, das ist toll", sagt Krücken, der seit 1995 mit seiner Familie im Dorf lebt. Fast ist es ihm und Christoph Wewel ein bisschen unangenehm, dass nur sie aufs Foto kommen. "Denn es engagieren sich so viele Hoppenrader. Sie wollen die Kirche erhalten, nicht als verstaubtes Museum, sondern als lebendigen Mittelpunkt des Dorfes, der die Leute zusammenführt", sagt Krücken.

Das scheint in Hoppenrade schon mal ganz gut zu funktionieren. Denn unter den Vereinsmitgliedern sind Protestanten aus der Kirchengemeinde, aber auch Atheisten oder Katholiken wie Andreas Krücken. "Wir sind bunt gemischt, auch die Feuerwehr ist dabei", sagt er lachend.

Das Gotteshaus, das 1895 eingeweiht wurde, ist vom Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg zur Dorfkirche des Monats Juni gekürt worden. Innen wirkt die Kirche schlicht. Hier und da werden unter dem Holztonnengewölbe Kostbarkeiten offenbar, etwa der gusseiserne Ofen. Es gibt eine Orgel, aber sie ist nicht mehr bespielbar. Ob sie je repariert wird? Christoph Wewel und Andreas Krücken sind sich da nicht sicher. Zumal die denkmalgeschützte Kirche erst einmal baulich instand gesetzt werden muss. "Wir brauchen eine Bestandsaufnahme, erst dann können wir die Kosten erahnen", so Andreas Krücken. Eine Architektin hat mit der Analyse begonnen, auch diese kostet Geld. Daher hat der Gemeindekirchenrat 6000 Euro bei der Landeskirche beantragt. "Wir hoffen sehr, dass das Geld kommt", sagt Christoph Wewel. (Von Anke Fiebranz)

Märkische Allgemeine vom 29. Juni 2011

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