Es ist der Wurm drin

EHRENAMT: Ein Förderverein bemüht sich um den Erhalt der Darritzer Kirche

Das Wohl der Darritzer Kirche liegt beiden am Herzen. Michael Schebesch ist Vorsitzender des 2006 gegründeten Fördervereins der Kirche. Volker Ebeling war jahrzehntelang Kirchenältester und hat heute noch als Einziger im Dorf den Kirchenschlüssel. Außerdem ist der 73-Jährige ein wandelndes Geschichtsbuch. Wie aus der Pistole geschossen kann der Rentner sämtliche für Darritz wichtigen Daten nennen: 1824 wurde die Kirche neu gebaut, 1778 wurde die Glocke umgegossen, 1895 die Schule in Darritz eröffnet, 1920 das Kriegerdenkmal eingeweiht, 1924 bekam Darritz Strom, vier Jahre später wurde die Durchgangsstraße gebaut. Das letzte wichtige Datum war 2006: Da wurde die Orgel repariert. Ebeling ist zwar gebürtiger Hallenser, lebt aber seit 62 Jahren in Darritz.

Mit diesen Zahlen kann der 71-jährige Michael Schebesch nicht dienen. Er und seine Frau zogen erst 2001 von Augsburg aufs brandenburgische Land. Schebesch hat sich den ländlichen Gepflogenheiten angepasst, bewirtschaftet einen großen Garten, hält Hühner und ist Hobby-Imker. "Wir leben noch wie 1945. Wir versorgen uns selbst aus dem Garten", sagt Volker Ebeling. Das lässt Michael Schebesch nicht stehen: "Nicht ganz. Heute haben wir einen Rasentraktor."

Schebesch engagiert sich auch für die Kirche. Die hat es nötig. "Oje, oje, da müsste viel gemacht werden", sagt der gebürtige Siebenbürger-Sachse. In der Empore der Backsteinkirche ist der Wurm drin. Die Kirchenbänke müssten ausgetauscht oder renoviert, die Türen lackiert werden. Die Wunschliste ist groß. Der 2006 gegründete Förderverein tut sein Bestes. Auf seine Initiative hin fanden Benefizkonzerte in dem Gotteshaus statt. So musizierte Musikschulleiter Harald Bölk gemeinsam mit Schebesch’s Tochter, die Geigerin ist. Auch ein Chor aus Kunow war bereits zweimal zu Gast. Diese kulturellen Veranstaltungen wie auch das Sommerfest haben vor allem ein Ziel: Geld für die Kirche einzubringen. Daran beteiligen sich auch die Dorfbewohner. Der Erlös vom Verkauf des Kesselgulaschs beim Osterfeuer und vom Kuchenverkauf beim Dorffest kommt dem Förderverein zugute. Er hat sich an den Kosten für die Reparatur der Kanzel und der Glocke beteiligt. Die Kirche hat zudem die Elektrik und den Anstrich des Hauptportals bezahlt.Doch es bleibt noch genug zu tun. Deshalb ist Michael Schebesch’s größter Wunsch, dass der Verein weiterhin funktioniert. (Von Dagmar Simons)

Märkische Allgemeine vom 21. Juni 2011

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