Engel ziert Taufbecken

KIRCHE: Förderverein ließ himmlisches Wesen für Alte Dorfkirche nacharbeiten

KLEINMACHNOW - Er hat ein freundliches rundes Gesicht, Haar und Flügel strahlen golden und sein blau-rotes Gewand leuchtet in der alten Dorfkirche in Kleinmachnow am Zehlendorfer Damm. "Rechtzeitig zu den Konfirmationsfeiern ist der Engel in der Dorfkirche gelandet und hat seinen Platz auf dem Deckel des Taufsteins eingenommen", berichtet Jürgen Flechtner vom Förderverein Kirchenbauten Kleinmachnow.

Der Engel aus Spendengeldern, die der Förderverein eingeworben hat, finanziert ist eine detailgetreue Nachbildung des Originals aus der Barockzeit. Der historische Himmelsbote war in den 1980er Jahren gestohlen worden. Zwischenzeitlich hatte dann ein anderer Engel seinen Platz eingenommen.

"Doch viele Gemeindemitglieder wollten gern wieder einen Engel auf der hölzernen Haube des Taufbeckens sehen, der in Stil und Ausführung zur Haube und den anderen Engelsgesichtern passt", erläutert Pfarrer Jürgen Duschka. Der Ersatzengel sei zwar in Haltung und Geste dem Original ähnlich gewesen, "aber doch ganz anders", drückt Flechtner es aus. Die Figur sei, als sie damals in Auftrag gegeben worden war, auch nicht als Imitation des himmlischen Wesens aus der Barockzeit gedacht gewesen.

Nach Originalfotos gestaltete jetzt der Berliner Holzbildhauer Claus Spies den neuen Engel. "Er ist seinem historischen Vorbild wie aus dem Gesicht geschnitten", sagt Flechtner. Zu den sechs Konfirmationsgottesdiensten mit insgesamt 63 Konfirmanden schmückte er bereits das reich verzierte Taufbecken, ein Schmuckstück aus der Berliner Werkstatt Zinkeisen aus dem Jahre 1597.

2500 Euro kostete die neue Figur, die nun die Haube des Beckens krönt. Wer das himmlische Wesen näher betrachten möchte, der kann dies gut zu Pfingsten tun. Denn der Engel trägt in seinen Händen eine lodernde Fackel: "Die Flamme ist das Zeichen des Geistes. Mit lodernden Zungen kam er Pfingsten über die Jünger. Gottes guter Geist ist mit unserem Engel bei uns", sagt Pfarrer Duschka. (Von Konstanze Wild)

Märkische Allgemeine vom 09. Juni 2011

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