Wahrzeichen gewinnt an Stabilität

GUBEN/GUBIN Der Turm der ehemaligen Gubener Stadt- und Hauptkirche wird noch im Juni seine neunte und letzte Zwischendecke erhalten. Ziel ist es, den Kirchturm Ende Oktober für Touristen begehbar zu machen.

 
Der Turm der einstigen Gubener Stadt- und Hauptkirche hat bereits acht von neun Zwischendecken aus Beton erhalten. Auf den Etagen soll später eine Ausstellung zur Stadtgeschichte zu sehen sein.
Foto: cis

Die Pläne sind spektakulär: Mit einer speziellen Betonpumpe soll noch im Juni in 58 Metern Höhe die neunte und letzte Zwischendecke in den Turm der Kirchenruine gebracht werden. Die Arbeiten wird ein Unternehmen aus Magdeburg durchführen, sagte Anna Dziadek, Projektmanagerin des Fördervereins zum Wiederaufbau der Stadt- und Hauptkirche Gubin am gestrigen Montag. Die Sanierungsarbeiten am Turm hätten sich in den letzten Wochen verzögert, weil der Zustand im oberen Abschnitt des Bauwerks sich als desolat herausgestellt hatte. "Wir mussten die Arbeiten neu planen, denn die Außenwände sind in einem sehr schlechten Zustand." Bis Ende Oktober soll die höchste Etappe des Turms jedoch über eine Außentreppe aus Metall zu erreichen sein.

Neben den baulichen Fortschritten konkretisiert sich auch die inhaltliche Ausrichtung des deutsch-polnischen Prestigeobjekts. Das Nutzungskonzept für das monumentale Bauwerk ist vom Gubiner Stadtrat beschlossen worden. Neben einer touristischen Ausrichtung sieht das Konzept die ehemalige Kirche als Raum für deutsch-polnische Projekte im Bereich der Wissenschaft und Kultur vor. Geplant ist zudem, im benachbarten Gubiner Kulturhaus ein Hotel unterzubringen und die kulturellen Aktivitäten später in das einstige Gotteshaus zu verlegen, erklärte Günter Quiel vom Förderverein zum Wiederaufbau der Stadt- und Hauptkirche. "In dem neuen Begegnungszentrum muss sich jeden Tag etwas abspielen", formulierte Quiel seine ehrgeizigen Pläne. Den Beginn des Architekturwettbewerbs für die Umsetzung der Nutzungsideen sieht der Vereinsvorsitzende voraussichtlich Anfang kommenden Jahres. Zuvor müssten noch Absprachen zum Denkmalschutz erfolgen.

Ziel des Fördervereins ist es, die gegenwärtige Bauphase für die Öffentlichkeit transparent zu machen. Deshalb findet am Samstag, den 4. Juni, in der Galerie "Rathaus" eine deutsch-polnische Konferenz statt. So spricht nach einem Besichtigungstermin um 11.30 Uhr in der Kirchenruine unter anderen Dariusz Bochenski über den Stand der Sanierungsarbeiten, Dr. Jaroslaw Lewczuk wird über die archäologischen Funde Auskunft geben und Dr. Adam Gorski über die epigraphischen Entdeckungen referieren. Die Vorträge werden simultan übersetzt.

Spende für Kirchensanierung übergeben

Der Vorsitzende des Gubener Stadtchors, Udo Koob, hat dem Förderverein zum Wiederaufbau der ehemaligen Gubener Stadt- und Hauptkirche eine Spende von 1675 Euro überreicht. Das Geld ist bei dem 5. Benefizkonzert gemeinsam mit dem polnischen Chor "Gloria Domine" und dem Chor der Klosterkirche am 14. Mai von den Besuchern gespendet worden. Das sechste Benefizkonzert im Jahr 2012 solle dann nicht mehr in der Klosterkirche, sondern bereits in der Kirchenruine stattfinden, wünschte sich Udo Koob.

Von Jörg Ciszewski

Lausitzer Rundschau vom 31. Mai 2011

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