Luckauer Nikolaikirche zehnsprachig

Luckau Internationale Gäste haben es in Zukunft in der Luckauer St. Nikolaikirche leichter. Die Wegweiser mit historischen Daten und Informationen rund um den gewaltigen gotischen Bau wurden in zehn Sprachen übersetzt. Ehrenamtliche ermöglichen eine offene Kirche und kümmern sich täglich um die Besucher.

 
Ehrenamtliche Helfer sorgen in den Sommermonaten in Luckau dafür, dass die St. Nikolaikirche ihrem Ruf als offenes Gotteshaus gerecht wird. Speziell für die internationalen Gäste wurden die Informationen über das Gotteshaus in zehn Sprachen übersetzt.
Foto: Lars Hartfelder

Das Jahr 2011 steht unter dem Motto "St. Nikolai offen für alle". Pfarrerin Kerstin Strauch freut sich über das große Engagement der ehrenamtlichen Helfer. "Ohne sie wäre es nicht möglich, unsere Kirche täglich für Besucher offen zu halten." Und das liege ihr sehr am Herzen. Die Luckauer Nikolaikirche sei schließlich kein Museum, sondern eine lebendiges Gotteshaus. Die besondere Atmosphäre in dem sakralen Gebäude sei auch eine Art offene Mission, "denn die Kirche predigt ohne Worte".

Hans-Jürgen und Christine Kayser gehören schon seit vielen Jahren zu den Luckauer Kirchenöffnern. "Es ist immer wieder schön, Gästen das beeindruckende Gebäude zu zeigen", sagen sie. Außerdem gebe es auch nach vielen Jahren noch neue und spannende Details zu entdecken. "Viele Gäste haben Luckau zur Landesgartenschau besucht und kommen deshalb gern wieder", erzählt Christine Kayser. Die Stadt profitiere heute noch in großem Maße von der Veranstaltung im Jahr 2000. Damals sei die Kirche zum ersten Mal regelmäßig geöffnet worden. "Die Begeisterung der Besucher springt über und motiviert immer wieder aufs Neue", erzählt Martin Riedel, der als Katholik ebenfalls die Mannschaft der Ehrenamtlichen unterstützt für Pfarrerin Kerstin Strauch eine besondere Geste. Im vergangenen Jahr besuchten rund 10 000 Gäste die Luckauer Nikolaikirche. Für 2011 rechnet die Gemeinde mit einer leichten Steigerung. Die Besucher kommen aus der ganzen Welt, wie ein Blick in das Gästebuch verrät. Eintragungen von Menschen aus Kanada, Japan, Litauen und Taiwan sowie allen europäischen Ländern sind dort zu finden. Hinzu kommen unzählige Notizen von Berliner Gästen. Aufgrund der großen Internationalität habe sich die Gemeinde dazu entschlossen, ihre Wegweiser in mehrere Sprachen zu übersetzen. Nun finden Gäste die Hinweise nicht nur in der deutschen und englischen oder in der niederländischen, dänischen und estnischen Sprache.

"Die polnische Fassung hat uns der katholische Luckauer Pfarrer Bronislaw Marecik übersetzt", sagt Kerstin Strauch. Die Luckauer St. Nikolaikirche wurde im Jahr 1291 das erste Mal urkundlich erwähnt und ist die größte Hallenkirche Brandenburgs. Sie verfügt über rund 1100 Plätze. Die Höhe des gotischen Gebäudes beträgt 41 Meter, die Außenmaße liegen bei 72 Mal 30 Metern.

Gotik und Barock verschmelzen ineinander. In verschiedenen Bauphasen vom 13. bis 15. Jahrhundert entstand das gewaltige Gotteshaus. Die Innenausstattung ist aufgrund mehrerer Stadtbrände neueren Datums. Sie stammt aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.

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Zum ThemaÖffnungszeiten Die Luckauer St. Nikolaikirche ist für Besucher bis Mitte Oktober wochentags in der Zeit von 11 bis 17 Uhr geöffnet. An Sonn- und Feiertagen steht das Gotteshaus von 13 bis 16 Uhr offen. Führungen sind nach vorheriger Anmeldung möglich. Telefon: 03544 23 39. Derzeit gibt es auch eine Bilder-Ausstellung von Renate Winkler zu sehen.

Von Lars Hartfelder

Lausitzer Rundschau vom 26. Mai 2011

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