Trockengelegt

SANIERUNG: Ketziner St. Petri Kirche hat ein neues Dach, aber die Orgel bleibt noch stumm

KETZIN/HAVEL - "Das Haus ist gesichert, die Grundsubstanz saniert. Jetzt können wir uns bald ums Innere kümmern", sagt ein erleichterter Pfarrer Thomas Zastrow. Noch wird die evangelische St. Petri Kirche zwar von einem Gerüst komplett umhüllt, aber in zwei Wochen soll auch dieses Gerät verschwunden sein.

Im Sommer vergangenen Jahres begann der Kampf gegen Hausschwamm und Holzbock in dem 1750 erbauten Gotteshaus. Nicht nur Großteile des Gebälks, auch die Wände waren betroffen. "Diese Feuchtigkeit raus zu bekommen, war mühsam und dauerte länger als geplant", sagt der Pfarrer. Seinen Plan, Weihnachten wieder Gottesdienste in der Ketziner Kirche abhalten zu können, musste er schnell begraben. Genauso wie den Wunsch, mit den veranschlagten 350 000 Euro auszukommen. "Ich schätze, wir liegen jetzt zehn Prozent drüber und noch ist nicht klar, was mit der Orgel ist und ob auch noch die Wand hinter dem Instrument bearbeitet werden muss." Das entscheidet sich in diesen Tagen, wenn der Friesacker Orgelexperte Matthias Beckmann die Sache untersucht. Im Moment ist die Orgel sowieso stumm, weil viele Pfeifen während der Wand- und Deckentrockenlegung abgebaut werden mussten.

Neu und vor allem dicht ist jetzt das Dach des Hauptkirchengebäudes. Als Nächstes sei der Dachstuhl der Anbauten auf der Nord- und Südseite an der Reihe, so Zastrow. Er sei froh, dass die Untere Denkmalbehörde ihr Einverständnis gegeben hat, neue und nicht restaurierte alte Ziegel beim Hauptdach zu verwenden. Das hätte sonst die Kosten weiter in die Höhe getrieben.

Wenn am morgigen Sonntag die ersten Gäste zum Konzert der Musikschüler (ab 15 Uhr) das Gotteshaus betreten, werden sie außer der neuen Farbe an der Decke innen kaum Veränderungen wahrnehmen. Die Bänke und der Altar sind noch die gleichen. Auch die großen Fenster, "nur müssen von denen dringend einige ausgewechselt werden", erklärt der Pfarrer. Und er weiß auch schon, wie das Finanzielle funktionieren könnte: "Am 22. Juni gründen wir einen Förderverein für die Kirche. Die Versammlung beginnt um 19 Uhr im gegenüber liegenden Ferdinand-Hahn-Haus." Wenn die Spendenbereitschaft und das Engagement der Mitglieder so groß ist, wie die Ergebnisse der Basare, Konzerte und des Kirchencafés, dann ist Thomas Zastrow nicht bange. "In den letzten zehn Jahren brachte allein das Café und der Kuchenverkauf 20 000 Euro." (Von Jens Wegener)

Märkische Allgemeine vom 21. Mai 2011

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